Review: Cherry STRAIT Chiclet-Tastatur

Vor ein paar Wochen war es soweit und ich war meiner bisher eingesetzten Tastatur überdrüssig. Besagte Tastatur war eine Razer Arctosa, also eine Gaming-Tastatur. Für meine tägliche Schreiberei war sie ok, da sie zumindest flache Tasten hat, jedoch alles andere als optimal, wenn man sich “Vielschreiber” schimpft. Aus genau dem Grund musste eine neue Tastatur her. Ich wollte einfach nicht mehr, dass mir die Handgelenke und Finger am Ende des Tages schmerzen und auch die ständigen Vertipper, die mir speziell bei der Nutzung der Arctosa auffielen, waren mir ein Dorn im Auge.

Flach sollte die Tastatur sein, dazu noch in einem minimalistischen Design und im Chiclet-Layout. Letztlich ist es die Cherry STRAIT geworden. Diese erfüllt alle drei Anforderungen. Können allerdings auch die restlichen Aspekte, die eine Tastatur so mit sich bringt, überzeugen?

Design: Flach, elegant und schön

Wie man auf den Fotos sieht, habe ich mich für die Schwarze Version entschieden. Alternativ gibt es dazu auch noch eine Ausführung in Weiß. Das Design ist, meiner Meinung nach, rundum gelungen. Der Ansatz bei der Herangehensweise war ein möglichst ausgeprägter und schlichter Minimalismus und das wurde erreicht. Es gibt keine unzähligen Sondertasten und Farben. Auch die Form ist eher zurückhaltend und springt nicht aggressiv ins Auge. Das weiß zu gefallen und wirkt einfach richtig elegant. Auch die Verarbeitung verstärkt das Gefühl. Zwar wurde hier kein Aluminium, oder ähnliches verarbeitet, trotzdem wirkt der Kunststoff auf keinen Fall billig und er fühlt sich auch gut an. Natürlich wäre Aluminium schöner gewesen, aber es ist hier auf keinen Fall ein elementares Problem.

Die Tasten sind, wie geschrieben, im Chiclet-Stil gehalten und verhältnismäßig großzügig dimensioiert, genauso wie der Platz zwischen ihnen. Letztlich schreibt es sich dadurch flüssiger und genauer. Dadurch, dass die Tasten klar voneinander abgegrenzt sind, vertippe ich mich auch seltener. Mir persönlich gefällt es allerdings nicht so gut, dass die einzelnen Tasten leicht fühlbare Kanten haben. Die Apple-Tastatur hat z.B. stärker abgerundete Tasten, weswegen sich diese nochmal ein wenig besser anfühlen. Außerdem sind die Beschriftungen nur aufgedruckt und nicht eingraviert. Was viele Nutzer abschrecken wird, lässt mich aber nur müde die Achseln zucken. Bei allen Tastaturen, die ich bisher benutzt habe, hat sich noch kein Aufkleber gelöst. Viel kritischer aber sehe ich den Cherry-Schriftzug am unteren Rande der Tastatur. Diese sind wirklich billig aufgeklebt, sodass sich das “C” bereits nach einer Woche gelöst hat und verloren ging. Kurze Zeit später fingen dann auch die anderen Buchstaben an, dem nachzueifern, sodass ich den Schriftzug proaktiv selbst abgelöst habe. Hier erwarte ich eigentlich, dass diese widerstandsfähiger sind.

Was man ebenfalls erwähnen sollte, ist die Tatsache, dass Cherry bei dieser Tastatur keine Standfüße verbaut hat. Das dürfte vielen nicht gefallen, mir ist es aber ehrlichst egal. Die Tastatur ist bereits von Haus aus leicht angeschrägt und ich Tastaturen neigen bei mir tendenziell gerne dazu, dass deren Standfüße abbrechen.

Medientasten: Weniger ist mehr

Cherry hat bei der STRAIT fünf Sondertasten verbaut. Vier dieser Tasten sind zur Mediensteuerung und die Fünfte kann eine vorher festgelegte Anwendung starten. Bei der Mediensteuerung hätte ich mir allerdings gewünscht, dass einer der Buttons zumindest eine “Play Next”-Funktion gehabt hätte. Allerdings kann man die Funktionen der Tasten mit der kleinen Utility “KeyM@n” an die eigenen Bedürfnisse anpassen und auch der Programmstarter lässt sich hier mit einer Anwendung belegen. Ich starte beispielsweise rdio über den Button.

Ich sage generell immer: Weniger ist mehr und das trifft auch bei den Sondertasten zu. Ich benötige nicht zig Sondertasten, die nur die Tastatur aufblähen und von mir unbenutzt bleiben. Da bevorzuge ich eindeutig schlankere Tastaturen und da kann die STRAIT auftrumpfen.

Schreiben: Schnell, zackig und ohne Kompromisse

Kommen wir zum wichtigsten Aspekt einer Tastatur: Dem Schreiben selbst. Wie ist das Schreibgefühl? Ist der Tastenanschlag hart, oder eher weich? Gefallen Chiclet-Tasten und die allgemein flache Bauweise? Das sind alles Dinge, die so subjektiv, wie kaum etwas anderes, sind. Wenn ich also schreibe, dass ich etwas mag bzw. nicht mag, solltet ihr beim Lesen immer im Hinterkopf behalten, dass das nicht auch eurem Empfinden entsprechend muss.

Das Schreibgefühl gefällt mir persönlich richtig gut. Es tippt sich schnell, flüssig und die Hände ermüden auch nach einem schreibreichen Tag nicht. Der Druckpunkt ist knackig und weiß zu gefallen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Layout des Zwischenblocks, auf dem sich die Tasten für POS1, ENTF, ENDE usw. befinden. Das ist definitiv gewöhnungsbedürftig und hat mich am Anfang immer wieder irritiert. Gewöhnt man sich aber erstmal daran, ist das natürlich auch kein Problem mehr. Auch der Geräuschpegel bleibt im erträglichen Rahmen, wobei sich die STRAIT hier nicht unbedingt einen Orden für eine superleise Tastatur verdient. Allerdings gefällt mir das Klickgeräusch.

Fazit: Klasse Chiclet-Tastatur zum erträglichen Preis

Der Titel des Absatzes sagt eigentlich bereits alles aus. Für knappe 40 Euro bekommt der geneigte Vielschreiber eine schöne Tastatur, mit der man schnell, entspannt und fehlerfrei schreiben kann. Da ich persönlich genau darauf Wert lege, ist es für mich auf jeden Fall ein guter Kauf gewesen. Im Vergleich zur RAZR Arctosa ist eine starke Verbesserung für mich, da die Tasten der Arctosa gerne geklappert haben und auch nicht so leicht zu bedienen waren. Hier merkt man, wie verschieden Tastaturen in ihrer Ausrichtung sein können, da die Arctosa eben eine Gaming-Tastatur sein will und die Cherry STRAIT eher auf die Vielschreiber zielt.

Für den angesprochenen Preis von derzeit 40 Euro muss man aber natürlich auch ein paar Kompromisse eingehen. Die fangen bei den aufgeklebten Buchstaben an, gehen beim minderwertigen Cherry-Schriftzug und den nicht perfekt abgerundeten Tasten weiter und enden beim Kunststoff-Gehäuse. Für den Preis aber kann man auch keine perfekte Tastatur erwarten, da muss man ehrlich sein. In Hinsicht auf das Preis-/Leistungsverhältnis aber kann die Cherry STRAIT aber definitiv überzeugen und genau das war mir wichtig. Dem preisbewussten Schreiberling, der trotzdem Qualität kaufen möchte, kann ich die Cherry STRAIT also mit ruhigem Gewissen empfehlen!

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  • http://www.timotime.de Timotime

    Wirklich guter Test und auch die Tastatur gefällt mir sehr gut. Besonders das Design finde ich toll. Ich bin auch seit ein paar Tagen auf der Suche nach eine neuen Tastatur, ich hätte ja jetzt blind zugeschlagen. Allerdings muss meine künftige Tastatur sehr leise sein (meine Freundin kriegt sonst nen rappel…). Die Cherry scheint ja leider nicht leise genug zu sein.

    Wirklich schade. Trotzdem ein toller Artikel!

    Viele Grüße,

    Timo

    • http://CocasBlog.de Coca

      Wie gesagt, es bleibt im erträglichen Rahmen. Meine Arctosa ist z.B. ungleich lauter. Aber es ist eben nicht “super silent”, man hört sie also schon. :)

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