Google Chrome für iOS erschienen – und die Limitierungen von iOS

Vorgestern fing ja die diesjährige Google I/O an und hier hat Google ziemlich weit ausgeholt – und teilweise auch nicht so ganz ins Schwarze getroffen. Aber gut, neuer Tag, neues Glück. Gestern war also der zweite Tag der Entwicklerkonferenz und dort wurden ebenfalls einige Neuerungen vorgestellt. Diese waren zwar natürlich nicht so spektakulär, wie die der ersten Keynote, konnten sich aber dennoch sehen lassen. Unter anderen wurde hier auch die neue -Version von offiziell vorgestellt und die hat es in sich!

Optisch setzt Google bei der neuen iOS-App natürlich auf das typische Chrome-Design und die iPad-Version der App sieht dementsprechend auch der Desktop-Anwendung sehr ähnlich. Tabs werden ganz oben angezeigt, darunter die Omnibar und darunter wiederum gibt man der jeweils angezeigten Webseite den gesamten restlichen Platz. Zur Navigation kann man auch einige Wischgesten nutzen, um so z.B. zwischen geöffneten Tabs hin- und herwechseln zu können und um Tabs zu verschieben. Das klappt wunderbar und so geht die Bedienung schön flott und intuitiv von der Hand.

Synchronisierte Tabs bei Google Chrome

Google Chrome wäre natürlich auch nicht Google Chrome, wenn nicht einige der tollen Features dabei wären, die den Browser auszeichnen. So werden geöffnete Tabs, Lesezeichen, Passwörter und Verlauf zwischen allen Chrome-Installationen synchronisiert bei denen man mit seinem Google-Account eingeloggt ist und auch die Thumbnails für die meistbesuchten Seiten sind mit dabei. Über das Menü kann man auch in den Inkognito-Modus wechseln, wobei man dann in der iPad-App zwischen diesem und dem normalen Fenster per Button in der rechten oberen Ecke wechseln kann. Weitere Funktionen, wie der Email-Versand von Links, eine Suchfunktion und ein Desktop-Modus sind ebenfalls mit an Bord.

Zwar fehlt es Google Chrome unter iOS an der aktuellen Nitro JavaScript Engine, die iOS exklusiv nur unter Mobile Safari zugänglich macht – trotzdem ist Chrome aber wunderschön performant und Webseiten laden sehr schnell, sodass man das Fehlen der Engine beim Surfen eigentlich kaum bis gar nicht bemerkt. Viel eher bemerkt man aber, dass Apple bei iOS in einigen Dingen einfach der Konkurrenz hinterhängt. In diesem speziellen Fall ist es die fehlende Möglichkeit, benutzerdefinierte Standard-Apps festzulegen. Öffnet man aus einer anderen App heraus also einen Link, wird automatisch Mobile Safari verwendet und ohne Jailbreak ist es nicht möglich, das zu ändern. Wie man mit einem Jailbreak den Standard-Browser allerdings ändert, beschreibt Marco in seinem Blog.

Generell zieht sich diese Unfähigkeit durch das Ganze System und beeinträchtigt so recht stark den kompletten Workflow, sofern man diesen auf entsprechende Apps anpasst. Eine alternative Email-App als Standard festlegen und so komplett über diese zu arbeiten ist ebenfalls nicht möglich. Und das ist einfach ein Punkt, den Apple so langsam mal angehen muss. Generell mag ich iOS (vor allem am iPad), aber sowas ist halt absolut nicht in Ordnung wenn man weiß, dass die Konkurrenz einen ungleich besseren Job macht. Eigentlich wäre das mal ein Thema für einen gesonderten Artikel und daher will ich hier nicht viel tiefer in die Materie eintauchen.

Apple allerdings schafft es damit aktiv zu verhindern, dass die User ihren Workflow selbst festlegen und das ist unheimlich traurig. Trotzdem aber werde ich zum Surfen von nun an möglichst weitgehend Google Chrome nutzen. Die App ist einfach zu gut, als dass mir diese Unfähigkeit des OS den Spaß daran versauen könnte.

Welchen Browser benutzt ihr denn unter iOS? Reicht euch Mobile Safari aus? Nutzt ihr den Standard-Browser nur, weil er unwiderruflich eben der Standard-Browser ist? Oder habt ihr ebenfalls einen alternativen Browser im Einsatz – so weit das möglich ist?

Google Chrome im App Store

via Caschys Blog

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  • Joerg H

    Also ich nutze iCabMobile und bin damit sehr zufrieden. Chrome gefällt mir sehr gut und hat den Vorteil der Synchronisation meiner Lesezeichen. Allerdings fehlen mir die geschätzten Funktionen von iCabMobile wie z.B. die Möglichkeit, Links an Pocket zu senden oder direkt aus dem Browser heraus auf Twitter zu teilen. iCabMobile ist an Funktionen eigentlich kaum zu überbieten, was manchen sicher als Überfrachtet daher kommt. Wenn man sich daran gewöhnt hat und alle Funktionen, die man nicht benötigt ausblendet (das kann man einstellen) ist das ein klasse Browser für iOS. Safari nutze ich nur, wenn eine Anwendung ihn als “Standardbrowser” öffnet, da dies ohne Jailbreak ja nicht anders machbar ist.

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