Google Chromecast: Doch das nächste große Ding

Googles ist nun seit einigen Tagen auch in Deutschland erhältlich. Nach und nach zeigt sich nun: Der -Dongle wird Googles nächstes großes Ding werden.

Rufen wir es kurz in Erinnerung: Ende Juli stellte überraschend den TV-Stick vor. Mit einigen Services im Rücken startete man ausschließlich in den USA, den ersten Vorschusslorbeeren folgte dann Ernüchterung: Es gab schlichtweg nicht viele Szenarien, die die Nutzung des Chromecasts interessant machten – schließlich handelte es sich auch um ein brandneues Produkt.

Das war letztlich völlig in Ordnung. Neue Produkte mit der dazugehörigen Software müssen sich entwickeln und das beansprucht Zeit – das haben wir auch bei Windows Phone erlebt. Was für Google weniger in Ordnung war: Scheinbar wusste niemand so richtig, wie der Chromecast nun genau funktioniert, das führte zu Irritationen bei den potentiellen Nutzern, ohne den extrem niedrigen Einstiegspreis wäre das Ganze dann wohl schon damals so gefloppt, wie das Nexus Q.

Der Chromecast schien bereits tot, bevor er so richtig durchstarten konnte

Über die nächsten Monate dümpelte die Entwicklung dann gefühlt vor sich her. Es gab nur wenige Dienste, die den Cast-Standard in ihre Angebote integrierten, Apps von dritten kamen nur peau a peau, was schlichtweg daran lag, dass das SDK lange Zeit nicht öffentlich verfügbar war und somit nur wenigen Entwicklern durch Google zugänglich gemacht wurde. Der Chromecast schien bereits tot, bevor er so richtig durchstarten konnte.

Die Kehrtwende

Die Monate vergingen und der Cast-Standard wurde weiterhin kaum genutzt. Anfang Februar dieses Jahres aber gab Google das offizielle SDK endlich für alle Entwickler frei. Dieser Punkt markierte eine 180°-Wende rund um den Chromecast. Eine Entwicklung begann, die schlichtweg beispielhaft für den Siegeszug eines Hardware-Produktes mitsamt noch immer recht neuem Standard ist.

Beinahe täglich erscheinen neue Chromecast-Apps und die Einsatzszenarien sprangen spürbar sprunghaft an. Ob man nun Watchever-Filme und -Serien streamen will, seinen Plex-Server zur Wiedergabe von Netzwerk-Medien nutzen oder gleich lokale Medien per Cast an seinen TV senden möchte – es ist alles möglich und mit AllCast ist gleich beinahe alles möglich. Dabei ist das nur eine Auswahl der Einsatzmöglichkeiten, die man inzwischen mit dem Chromecast hat. Wer mit Cast Store etwas sucht, findet wahrscheinlich bereits jetzt für viele, viele Szenarien entsprechende Applikationen. Die Entwicklung ist extrem spannend und wer sich für Software begeistert (wie ich z.B.), kommt dieser Tage kaum am Streaming-Dongle vorbei.

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Völlig unscheinbar und letztendlich auch überraschend schafft Google mit diesen Möglichkeiten und dem erwähnten niedrigen Einstiegspreis das, was man so nicht für möglich gehalten hätte: Google kommt in jedes Wohnzimmer und revolutioniert die Art und Weise, wie die Nutzer mit Medien im Wohnzimmer umgehen. Das Ganze war sicherlich auch schon vorher mit dem AppleTV und anderen Streaming-Möglichkeiten machbar – noch nie war es aber so einfach, ein derart versatiles Werkzeug im Wohnzimmer einzurichten und zu nutzen – und das zu einem solchen Preis. Der Klick auf einen Button reicht und es funktioniert.

Googles Siegeszug ins Wohnzimmer

Die Einstiegshürde ist schlichtweg nicht vorhanden. Selbst, wer keinen wirklichen Einsatzzweck für einen Chromecast bei sich sieht, kauft sich dieser Tage ein Exemplar (nicht grundlos belegt der Chromecast bereits jetzt Platz eins bei Amazon in der Rubrik “Computer & Zubehör“) – auch ich gehöre zu diesen Nutzern und werde mir die Tage einen anschaffen und ich habe in der Vergangenheit wahrlich nicht durch die Nutzung von Wohnzimmer-Streaming-Möglichkeiten geglänzt, geschweige denn es überhaupt in irgendeiner Weise gebraucht.

Nicht Android Wear oder Google Glasses sind das nächste große Ding des Konzerns aus Mountain View

Googles Strategie geht dieser Tage zu 100 Prozent auf: Niedriger Preis und eine offene und enthusiastische Community, die den Chromecast mit einer solchen Leidenschaft und in einer solchen Geschwindigkeit mit neuen Apps befeuert, wie man es aktuell nur selten sieht. Nicht Android Wear oder Google Glasses sind das nächste große Ding des Konzerns aus Mountain View, denn bis dies so weit ist, dauert es noch. Nein: Der Chromecast ist das nächste große Ding und wir erleben es jetzt gerade in diesen Tagen.

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Photo Credit EricaJoy CC
  • flying Aviator815

    Guer Artikel! noch interessanter währe es wenn du einem Detalierteren Artikel schreiben könntest ; wie du den Chromecast jetzt genau nutzt, den für jemand der sich kaum mit dem Streaming im Wohnzimmer beschädigt hat ist es sehr schwer vorstellbar was tun mit “dem nächsten großen Ding” ;) Ein art detaillierterer Erfahrungsbericht währe da natürlich hilfreich.

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