Google Drive startet endlich – fünf GB, Desktop Clients und noch nicht konkurrenzfähig

Es geht in die nächste Runde der Cloud Schlacht! Gestern hat Microsoft vorgelegt und seinem, schon lange bestehenden, Dienst SkyDrive (mehr oder minder) taugliche Desktop Clients und einige weitere Anpassungen verpasst. Heute ist an der Reihe, denn man hat endlich seinen eigenen Cloud Dienst Drive gestartet – obwohl man auch sagen könnte, dass der Dienst schon lange bestand, denn schließlich ist Drive nichts weiter, als ein umbenanntes Docs mit mehr Speicher (fünf GB statt vorher einem GB) und entsprechenden Desktop Clients.

Die Desktop Clients aber sind, wie bei SkyDrive, mal wieder der ausschlaggebende Punkt. Denn diese machen die Handhabung mit der Cloud doch erst so richtig bequem und einfach. Dabei kopieren alle Anbieter immer noch Dropbox und schlagen den gleichen Weg ein – oder gehen ihn doch nur halb.

Die Einrichtung des Desktop Clients (den es für und Mac gbt) verläuft selbsterklärend ab. Einfach einloggen, unter Umständen in den erweiterten Einstellungen die zu synchronisierenden Ordner auswählen und man ist good to go. Der Client legt dann einen gesonderten Ordner für an, sodass alle Dateien, die dort landen, auch direkt überall verfügbar sind. Soweit bisher also nichts neues oder gar aufregendes.

Google Drive Ordner im Windows Explorer

Eher im Gegenteil: genauso, wie SkyDrive, beherrscht auch der Google Drive Desktop Client nicht das Teilen von Dateien via Kontextmenü. Das ist aber ein absolutes Muss und ohne diese Funktionalität ist ein Cloud Syncing Service für mich und ganz viele andere, komplett nutzlos. Hier muss Google unbedingt nachbessern, genauso wie Microsoft bei SkyDrive! Denn kein User will jedes Mal auf die Weboberfläche wechseln müssen, nur um mal eben eine Datei mit jemandem zu teilen. Fast noch schlimmer wiegt für mich da nur die Tatsache, dass es aktuell keinen Linux Client gibt. Auf meinem Notebook wäre ich damit ohne Daten, wenn ich mit Google Drive hantieren würde. Ergo: Dealbreaker für mich.

Die Android App von Google Drive ist dagegen schon gelungener. Hier wird in der ersten Ebene zwischen der Ablage, den für einen freigegebenen Dateien, sowie den markierten, zuletzt geöffneten und offline verfügbaren Dateien unterschieden. In der darunterliegenden Ebene liegen dann jeweils die Ordner bzw. direkt die Dateien. Diese lassen sich über das Menü freigeben, offline speichern oder über das Android Share System an andere Apps weitergeben. Unter dem Punkt “Mehr” gibt es dann auch noch weitere Interaktionsmöglichkeiten, wie z.B. das Löschen der Datei.

Im Vergleich gefällt die Android weit besser als die für die Desktops, eben weil mehr mit den Inhalten interagiert werden kann. Wie gesagt: Google muss noch Hausaufgaben nachmachen. Dann freue ich mich darauf Google Drive häufiger zu nutzen, denn die Integration in all die anderen Google Services wird sich garantiert sehen lassen können. In Google+ z.B. ist Drive bzw. zu der Zeit ja noch Docs, z.B. bereits integriert worden. Da lassen sich dann Dokumente gemeinsam bearbeiten, während man sich zusammen im Hangout befindet. Wie gesagt, das muss alles noch werden und wird noch ein wenig Zeit brauchen.

Falls man als Drive User aber bereits jetzt schon vom Dienst begeistert ist und auf jeden Fall mehr Speicherplatz möchte, ist man bei Google natürlich an der goldrichtigen Stelle. Deren Speicherpreise sind ja bekanntlich schon immer spottbillig gewesen. Die Preisstufen sehen dafür dann wie folgt aus:

Preisstufen für zusätzlichen Speicher

Ob man sich in Zukunft dann aber auch gegen Dropbox als Hauptkonkurrenten durchsetzen können wird, wird maßgeblich daran liegen, inwieweit der Dienst von 3rd Party Apps berücksichtigt und eingebunden wird. Unzählige mobile Apps z.B. unterstützen die Dropbox um Daten dort auszulagen: Spielstände, Notizen und so weiter. Um das Ganze ins Rollen zu bringen hat Google zeitgleich zum Release auch das entsprechende SDK veröffentlicht.

Werde ich nun von Dropbox zu Drive wechseln? Vorerst ganz sicher nicht! Mir fehlen beim Desktop Client noch angesprochene Features, eine Linux Version und vor allem die Integration durch dritte Anwendungen, vor allem weil ich in letzter Zeit immer stärker auf die Integration von Dropbox in anderen Anwendungen setze. Wie gesagt: Google muss nochmal Hand anlegen und nachbessern. Und vor allem Entwickler dazu bringen, Drive zu berücksichtigen.

Google Drive im Google Play Store

Google Drive Desktop Clients herunterladen

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