Leap Motion Controller im Test

Eingaben in der Luft? Wie aus Geisterhand? Bisher kannte ich diese Möglichkeit nur auf meiner Xbox. Der Kinect-Sensor für die Xbox erfasst allerdings den gesamten Körper. Der Leap Motion Controller konzentriert sich dabei auf die Hand und möchte mit dem Sensor eine berührungslose Bedienung des PCs ermöglichen. Einfach erklärt: Der Sensor erfasst die darüber schwebenden Hände und setzt die Handbewegungen auf dem Desktop um. Doch wie gut funktioniert die Eingabe? Kann Leap Motion die Maus als Eingabegerät ablösen? Ich habe mir den Sensor für euch mal genauer angesehen.

Verpackung

Geliefert wird eine kleine weiße Box. In der Verpackung befindet sich der Leap Motion Sensor. Dieser ist gerade mal 8cm lang 3cm breit und 1cm dick. Es werden zwei USB-Kabel, welche sich nur in der Länge unterscheiden, geliefert. Ein bisschen Lesestoff gibt es noch gratis dazu.

Installation

Die Installation ist sehr einfach gehalten – eine Treiber- oder Software-CD ist keine dabei. Ein Internetanschluss wird hier aber vorausgesetzt. Die Software für den Leap-Motion-Sensor muss von der Homepage heruntergeladen und installiert werden, Windows, Mac und Linux werden hierbei unterstützt. Nach der Installation muss ein Konto erstellt werden, wobei E-Mail-Adresse und ein Passwort als Informationen ausreichend sind. Die Systemvoraussetzungen sind laut Hersteller ein AMD-Phenom-II-Prozessor, alternativ i3-, i5- oder i7-Prozessoren von Intel. Darüber hinaus sollte der PC über mindestens zwei GB Arbeitsspeicher verfügen – nicht gerade wenig, für eine “Eingabemöglichkeit”.

Nach der Installation findet ihr Airspace Home auf eurem PC. Diese kann gerne als Homescreen für den Leap Motion Sensor bezeichnet werden. Von dort aus kommt ihr auch in den eigenen App-Store. Im “Airspace Store“, der Anlaufstelle für Apps, findet man ein paar Programme, die speziell für das Leap Motion entwickelt wurden. Wobei wir schon beim nächsten Thema sind:

Apps

Neben diversen Gratis-Anwendungen gibt es auch einige kostenpflichtige Programme. Die Preisspanne der kostenplfichtigen Programme ist sehr unterschiedlich und variiert zwischen einem und zehn US-Dollar. Viele Spiele, eine Menge Demos – alle wollen mir vermitteln, wie gut der Leap-Motion-Sensor funktioniert. Aber ich will den Sensor als Eingabe für meinen PC nutzen, also suche ich weiter. App gefunden, nennt sich “Touchless for Windows”!

In wenigen Klicks ist die App im Airspace Home Center zu finden. Ein klick auf das App Symbol – es erscheint “wird gestartet…” – danach passiert das Unglaubliche: Genau – nichts. Die App startet und funktioniert auch nicht. Nachdem ich im Internet recherchiert habe, musste ich leider feststellen, dass es nicht an mir liegt. Im Store beklagen sich viele Nutzer, dass die App nicht mit Windows 8.1 64bit funktioniert. Über 600 Kundenbewertungen und 2 1/2 von 5 Sterne sprechen Bände. Also habe ich etwas Zeit investiert und verschiedene Sachen probiert. Als ich die Applikation in den Kompatilitätsmodus versetzt habe, ging es dann doch (Eine Anleitung hierfür könnt ihr unter dem Fazit nachlesen).

Bedienung

Zu Beginn dachte ich “Wow!”, später war es dann doch ernüchternd, doch eins nach dem Anderen. Die Seitenleisten von Windows 8.1 lassen sich ohne Probleme öffnen. Finger nach Links: Alle geöffneten Apps werden angezeigt. Finger nach rechts: Charms Bar wird angezeigt. Das funktioniert überraschend gut. Mit der Maus muss man immer in einer der jeweiligen Ecken navigieren. Beim Leap Motion fällt dies zum Glück weg. Der Sensor erkennt meinen Finger erstaunlich gut. Mit zwei Fingern kann ich die Kacheln verschieben. Eine Bewegung nach vorne und der Klick wird erkannt. Im Modern UI finde ich den Leap Motion Controller echt praktisch. Die ganzen Apps für Windows 8 sind auf einen Touchscreen zur Bedienung ausgelegt und da kann der Sensor seine Stärken ausspielen.

Ganz anders sieht es auf dem Desktop aus. Fenster schließen wird zu einem Präzisionsspiel. In bestimmten Textstellen springen, um z.B. etwas zu ändern oder zu korrigieren, ist fast unmöglich. Allein beim “Klicken” verwackelt meine Hand und ich bin nicht dort, wo ich eigentlich hin wollte. Was mir extrem auffiel ist, dass mein Arm nach längerer Nutzung “sehr schwer” wurde. Die Bewegungen in der Luft werden bei längerer Nutzung immer schwieriger. Arbeiten über mehrere Stunden ist deshalb ausgeschlossen.

Fazit

Minority Report ist noch weit entfernt. Meiner Meinung nach ist der Leap Motion Controller derzeit noch nicht für den täglichen Einsatz zu gebrauchen. Die ist gut, die Software ist buggy und präzise Eingaben können nicht schnell und bequem getätigt werden. In einigen Spielen und Anwendungen macht das Gadget aber echt Spaß! Ein Mausersatz ist der Leap Motion daher keinesfalls. Für mich gilt deshalb: Leap Motion < Maus < Touchscreen

Anleitung: Leap Motion Controller unter Windows 8.1 64bit nutzen

Das Programm speichert seine “Apps” unter C:\Users\%Benutzername%\AppData\Local\AirspaceApps. Wenn ihr euch im Modern UI befindet, einfach “Ausführen” eingeben und das Eingabefenster starten. Danach %AppData% eingeben und ihr seid im Ordner “Roaming”. Einen Ordner wieder zurück, also auf AppData klicken. Anschließend auf den Ordner “Local” > “AirspaceApps” > “TouchlessForWindows” klicken. Jetzt solltet ihr das Programm dort finden. Rechtklick auf “TouchlessForWindows_LM.exe” und dann auf “Eigenschaften”. Nachdem ihr auf den Reiter “Kompatiblität” geklickt habt, könnt ihr den Haken bei “Programm im Kompatiblitätsmodus ausführen für:” setzten und im Menü “Windows 7″ auswählen. Das ganze noch mit “OK” bestätigen.

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