Leef iBRIDGE Testbericht: USB-Stick mit Lightning-Anschluss

Abgesehen davon, dass USB-Sticks immer kleiner werden und dabei gleichzeitig an Speicherplatz gewinnen sind sie an und für sich nichts spannendes. Wirkliche Innovation erwartet man in so ziemlich allen Bereichen, nur nicht hier. Ob folgendes nun eine „Innovation“ darstellt oder nicht lasse ich mal dahingestellt, ganz niftig ist der iBRIDGE von Leef aber trotzdem. Neben einem normalen USB-Anschluss bietet der Stick nämlich auch einen Lightning-Stecker, wodurch er zum mobilen Wechselspeichermedium für alle aktuellen iDevices wird. Ich hatte besagten Stick über die letzten Wochen bei mir und erzähle euch nun, wie der sich im Alltag denn gemacht hat.

Technische Ausstattung

Zunächst das obligatorische, nämlich die technischen Spezifikationen des iBRIDGE, wobei es hier nicht allzu viel zu sagen gibt. Den USB-Stick gibt es in insgesamt fünf Variationen, die sich allesamt ausschließlich über den Speicherplatz voneinander differenzieren. So kann man den Stick entweder mit 16 GB, 32 GB, 64 GB, 128 GB und sogar 256 GB erwerben. Ich für meinen Teil habe zum Test die Ausführung mit 64 GB Speicherplatz bekommen.

Einen ersten Dämpfer gibt es dann bei der Verbindungstechnologie, denn der iBRIDGE nutzt lediglich USB 2.0, was zu sehr langsamen Übertragungsgeschwindigkeiten führen wird (dazu später etwas mehr). Das hat jedoch einen einfachen Grund und der liegt in der Konzeptionierung des Sticks. Apples Lightning-Standard setzt nämlich auf USB 2.0 auf. Leef verzichtete aus offenbar diesem Grund darauf, einen zweiten oder aber einen qualitativ höherwertigen USB-Controller zu verbauen, der zumindest beim USB-A-Anschluss 3.0-Übertragungsgeschwindigkeiten ermöglichen würde.

Design und Geschwindigkeit

Optisch wirkt der iBRIDGE nicht uninteressant und ist durchaus nett gemacht Steckt man den Stick ins iDevice rein, „verschwindet“ der Großteil des Sticks hinter dem Gerät. Beim iPad dürfte das definitiv nicht stören bei der Benutzung des Gerätes aber auch beim iPhone habe ich keine großen Probleme festgestellt. Die natürliche Haltung meiner Hand umschließt den iBRIDGE praktisch und so fällt es zwar auf, dass da etwas ist, allerdings stört das nicht allzu sehr.

Das Design erinnert mich persönlich auch entfernt an einen Kletterhaken und so kann man den USB-Stick, sofern man das denn möchte, auch an der Gürtelschlaufe oder am Schlüsselbund anbringen, sodass er stets dabei ist. Vor allem hier macht sich das niftige Design bezahlt, denn so vergisst man ihn wharscheinlich nicht zu Hause.

Weniger „niftig“ ist aber die Geschwindigkeit. Mein Test mit Blackmagic Disk Speed ergab hier rund 15 MB/s Read und 7 MB/s Write, womit der Stick voll und ganz im USB-2.0-Standard ist. Kleinere Dateien, wie zum Beispiel Dokumente oder Musikdateien lassen sich so noch in durchaus akzeptabler Geschwindigkeit übertragen, bei größeren Filmen ist allerdings Schicht im Schacht, denn dann kann man lange warten.

Die iBRIDGE-App

Damit der USB-Stick mit dem iPhone kommunizieren und so Daten austauschen kann, wird die Installation und Nutzung der offiziellen iBRIDGE-App vorausgesetzt. In dieser App kann man Daten vom iPhone zum Stick und umgkehrt transferieren, des Weiteren stehen direkt integrierte Betrachtungsmöglichkeiten für Bilder, Dokumente und Videos zur Verfügung und auch ein klassischer Dateimanager sowie ein eigenes Kamera-Interface, dessen Fotos direkt auf dem Stick gespeichert werden sind in der Anwendung dabei.

Ist die offizielle Applikation installiert und wird der Stick anschließend ins Apple-Gerät gesteckt, bekommt man eine Popup-Beanchrichtigung mit der Frage, ob Stick und iDevice miteinander kommunizieren sollen. Nach Bestätigung dieser Anfrage steht die Verbindung zwischen den beiden Endgeräten auch direkt und die Anwendung kann genutzt werden. Sowohl Verbindungsaufbau, als auch besagte App funktionieren dabei sehr zuverlässig und lassen sich stabil nutzen. Kein einziges Mal musste ich hierbei mit Problemen kämpfen.

MobileMemory
Entwickler: Leef Ltd.
Preis: Kostenlos

Ein iBRIDGE-Erlebnis aus meinem Alltag

Während meiner Testzeit hatte ich ein Erlebnis, welches mich in Bezug auf diesen USB-Stick nachhaltig beeindruckte. Ich muss hierzu sagen, dass ich seit einigen Jahren ohne Drucker in meinem Home-Office auskomme und damit bisher nie ein wirkliches Problem hatte. Nun aber zum Ereignis:

An einem Freitag-Nachmittag war ich auf dem Weg von Gelsenkirchen nach Essen. Für den nächsten Tag war die Abholung zweier recht großer Pakete geplant und auf beide Pakete muss je einmal die Adressatenanschrift mitsamt Auftragsnummer und Co. aufgeklebt werden. Die dazugehörigen Dateien wurden mir per E-Mail als PDF-Dateien zugeschickt – also einfach ausdrucken und aufkleben.

Dummerweise fiel mir auf dem Weg nach Essen aber ein, dass ich vergessen habe, diese Scheine Mittags im Büro auszudrucken. Zu Hause ist, wie bereits geschrieben, kein Drucker vorhanden. In meiner Tasche hatte ich aber den iBRIDGE dabei. So konnte ich die PDF-Dateien lokal auf meinem iPhone abspeichern und danach per App auf den Stick übertragen, sodass ich nur noch zum nächsten Bürogeschäft musste, um mir dort die Dokumente ausdrucken zu lassen.

Ein Lightning-Kabel werden wohl die wenigsten Bürogeschäfte vorliegen haben, per USB-Stick kann man aber natürlich alles ausdrucken lassen. Der iBRIDGE hatte mir also sozusagen den Tag gerettet, sodass ich die Lieferung nicht stornieren musste. Szenarien, wie dieses, sind sicher nicht an der Tagesordnung, aber gerade da zeigt ein solcher USB-Stick seine Vielseitigkeit.

Mein Fazit

Nun gut, kommen wir zum abschließenden Fazit: Ist der Leef iBRIDGE eine Empfehlung wert und für welche Art von Nutzer ist er überhaupt? Für die meisten Nutzer wird der Stick ziemlich uninteressant sein, denn die Kombination aus dem hohen Preis (meine 64-GB-Variante kostet bei Amazon 108 Euro) und der Beschränkung auf USB-2.0-Geschwindigkeit bremsen das coole Konzept deutlich aus. Wenngleich Geschichten wie meine durchaus jedem Mal passieren können, muss man sich im Vorfeld die Frage stellen: „Wie oft wird sowas durchschnittlich passieren und rechtfertigt dies für mich den Preis?“. Die Meisten werden diese Frage verneinen und das kann ich durchaus nachvollziehen.

Interessant dürfte der iBRIDGE wohl vor allem in zwei Szenarien sein: Zum einen jene Nutzer, die durchweg auf Cloud-Dienste und dergleichen verzichten möchten, jedoch eine Möglichkeit suchen, um trotzdem recht schnell und einfach Daten von einem Gerät zum anderen zu übertragen. Des Weiteren kommen mir Nutzer von mobilen Apple-Geräten in den Sinn, die sich ein iPhone oder iPad mit 16 GB internem Speicherplatz gekauft haben und dies bereuen. Mit etwas Self-Management kann man die dadurch entstehenden Einschränkungen zumindest teilweise umgehen.

Wenn man weiß, worauf man sich einlässt und für was der Stick in der Praxis nützlich ist, dürfte man recht zufrieden mit dem Stick werden – wenn man den Preis innerlich ausblenden kann oder ohnehin zu viel Geld hat. Der iBRIDGE ist in dieser Form alles andere als der übliche USB-Stick von nebenan und zusätzlich zu den Lizenzkosten, die Apple für den Lightning-Adapter aufruft dürften hier die Gründe für den hohen Preis zu finden sein.