LG 29EA73 21:9-Monitor Testbericht

Im Kino ist das 21:9-Format schon lange Jahre der Standard und so langsam halten auch Einzug, die diesem Fomat folgen. ist einer dieser Hersteller und mit dem 29EA73 hat man ein bezahlbares Modell für aktuell rund 300 Euro im Angebot. Diesen Monitor hatte ich nun in den letzten Wochen bei mir im Einsatz, hier folgt nun der Testbericht.

Technische Ausstattung und Lieferumfang

  • Display: 29” (73 cm) IPS-Display
  • Auflösung: 2.560 x 1.080 Pixel (21:9-Format)
  • Helligkeit: 300 cd/m2
  • Kontrastverhältnis: 1.000:1
  • Reaktionszeit: 5 ms
  • Farbdarstellung/-anzahl: 8 bit / 16,7 Millionen Farben
  • Blickwinkel: 178° horizontal / 178° vertikal
  • Oberflächenbehandlung: Hard Coating (3H) Anti-Glare
  • Farbpalette: sRGB
  • Frequenzbereich: 30-90 kHz horizontal / 56-75 Hz vertikal
  • LG 29EA73
  • Netzteil
  • Kleeblatt-Stromkabel
  • DVI-D Dual-Link-Kabel
  • AUX-Kabel
  • Kurzanleitungen
  • CD mit Handbuch und Zusatz-Software

Hardware, Ports und Design

Das Design wirkt sehr durchdacht, vor allem die schmalen Randmaße wissen definitiv zu gefallen. Generell ist der Monitor sehr schlank gehalten, des Weiteren trifft das Gewicht einen guten Mittelweg: Weder ist er zu leicht und dadurch gefühlt instabil, noch ist er zu schwer. Auch der Standfuß ist ansprechend gestaltet und bietet mir noch einen kleinen Ablageplatz für Kleinkram, was ich persönlich generell immer positiv finde.

Gelungen sind auch die Buttos des OSD-Menüs, denn diese sind kapazitiv und benötigen daher keinen Druck zur Betätigung, man muss die Buttons lediglich berühren, um die entsprechende Aktion auszulösen. Das machtdie Bedienung des Menüs immens angenehmer – ein smarter Schachzug von LG. Auch das Menü als solches ist einfach und verständlich aufgebaut, was nicht unbedingt immer der Fall ist.

Auch in Sachen Ports weiß der 29EA73 zu überzeugen: Neben dem DVI-Port kann der Monitor auch via DisplayPort und HDMI betrieben werden – für letzteres stehen zwei Anschlüsse zur Verfügung, wobei der zweite auch als MHL-Port genutzt werden kann. Des Weiteren stehen je ein Port für AUX-In und Kopfhörer sowie zwei Mal USB 3.0 und ein Mal USB 2.0 zur Verfügung. Für die USB-Ports wird natürlich ein Upstream-Kabel zur Verbindung mit dem PC/Mac benötigt, welches aber leider nicht im Lieferumfang enthalten ist.

Ein weiteres kleines Manko gibt es hier auch doch, denn der Monitor ist nicht höhenverstellbar. Andere UltraWide-Monitore von LG beherrschen diese Funktion, sind aber auch dementsprechend etwas teurer. Über einen drehbaren Fuß, mit dem sich der Monitor leichter zur Seite drehen lassen würde, hätte ich mich ebenfalls gefreut, allerdings sind derlei Features bei einem UltraWide-Monitor dieser Preisklasse wohl einfach noch nicht drin.

Display

Farben wirken kräftig und satt, das Bild ist generell sehr scharf

Der zentrale und somit wichtigste Teil eines Monitors ist natürlich das eigentliche Display und hier kann LG durchweg punkten. Die Blickwinkel sind außerordentlich gut, das IPS-Panel leistet hier tolle Arbeit. Ebenso wirken auch die Farben sehr kräftig und satt, das Bild ist generell sehr scharf und auch die Helligkeit lässt bei maximal 300 cd/m² keine Wünsche offen. Einzig der Schwarzwert offenbart kleinere Schwächen des Monitors, denn der könnte doch ein klein wenig besser sein.

Zur Farbkalibrierung liefert LG übrigens eine gesonderte Software namens “TrueColorFinder” mit, die professionelle Lösungen natürlich nicht ersetzt, für den Privatanwender aber definitiv ausreichen dürfte. Mehr zur Zusatzsoftware aber im entsprechenden Abschnitt. Gesagt sei allerdings, dass die Farben auch ohne diese Kalibrierung eine gute Figur machten.

Zusatzsoftware

Wie bereits angesprochen liefert LG mehrere Tools für den Monitor mit, insgesamt sind das drei an der Zahl. Diese nennen sich “Auto Resolution”, “Screen Split” und das eben erwähnte “TrueColorFinder”. Der Sinn hinter Auto Resolution und TrueColorFinder dürfte selbsterklärend sein, Screen Split aber sollte gesondert erklärt werden, denn das, was dieses Tool macht, ist an und für sich ziemlich cool. Mit der Applikation ist es nämlich möglich, den Bildschirm in maximal vier fixe Bereiche zu unterteilen, sodass mit anderen Anwendungen in diesen Bereichen gearbeitet werden kann, um den maximalen Nutzen aus dem Monitorplatz ziehen zu können, was definitiv sehr cool ist.

Die Softwares sind nicht unter Windows 8 lauffähig

Nicht ganz so cool ist aber die Tatsache, dass alle Softwares nicht unter Windows 8 lauffähig sind, denn ich konnte schlichtweg keines der drei Tools nutzen. Windows 8 ist nun seit anderthalb Jahren auf dem Markt; dass LG hier noch immer keine kompatiblen Software-Versionen präsentieren kann, ist nicht nur ärgerlich, sondern grenzt schon hart an Lächerlichkeit.

21:9 im Alltag

Nach dem Aufstellen wirkt der Monitor durch die Breite schlichtweg riesig, obwohl er formatbedingt natürlich nicht so hoch ist, wie ein klassischer 16:9- oder 16:10-Monitor. Arbeitet man aber ein wenig mit dem neuen Format, weicht der stellenweise vielleicht sogar überwältigende Gedanke der gewonnen Usability, denn auf einem solchen Monitor ist es beispielsweise möglich, zwei Webseiten nebeneinander aufzustellen, ohne, dass eines der beiden Fenster extrem schmal zu sein hat. Mir als Blogger kommt das sehr zugute, wenn ich gleichermaßen meinen WordPress-Editor und meine Quelle nebeneinander betrachten kann, es macht das Arbeiten schlichtweg angenehmer.

Sozusagen ein Kompromiss mit den Vorteilen beider Welten

Generell bin ich seit einigen Jahren kein Freund von zwei großen, nebeneinander aufgestellten Monitoren. Mich störten vor allem zwei Dinge an solchen Setups: Durch die Rahmen der Monitore muss man in der Mitte mit einer hässlichen Trennung arbeiten, vor allem aber sind zwei 24”er nebeneinander schlichtweg platzraubend. Obwohl das 21:9-Format natürlicherweise breitere Monitore bedeutet, ist ein 29”-Gerät insgesamt kompakter auf dem Tisch, als zwei 24”er – man wählt hier sozusagen einen Kompromiss zwischen dem klassischen Setup mit einem Monitor und einem mit zwei, arbeitet dabei vor allem aber mit den Vorteilen beider Welten.

Als Office-Monitor bringt einem ein solch breites Anzeigegerät also eine ganze Menge, denn auch Arbeiten mit Photoshop CC, Code-Editoren und weiterer Arbeits-Software eröffnen unter einem solchen Format neue Möglichkeiten. Unbedingt darauf Acht geben sollte man im Vorfeld des Kaufs aber darauf, ob die Grafikkarte im PC die Auflösung überhaupt beherrscht, denn das ist nicht immer der Fall. Die Nvidia Geforce 635M in meinem ASUS A55VJ hatte hiermit aber beispielsweise keine Probleme.

Etwas kritischer schaut das Ganze hingegen im Gaming-Bereich aus. Prinzipbedingt bietet ein UltraWide-Monitor natürlich auch hier gewisse interessante Möglichkeiten, beispielsweise ein breiteres Field of View in Ego-Shootern. Allerdings wird die Auflösung von 2.560 x 1.080 Pixeln nicht von jedem Spiel unterstützt – Counter Strike: Global Offensive ist z.B. eines dieser Spiele. Insofern lässt sich der zusätzliche Platz also nicht immer optimal ausnutzen.

Filme bzw. Videos im Allgemeinen sind dann wieder ein anderes Thema: Wer sowieso zumeist Filme guckt, wird sich darüber freuen, dass die schwarzen Balken verschwinden, bei Serien, TV-Filmen und den meisten YouTube-Videos hingegen wird das altbekannte 16:9-Format genutzt, infolge dessen wird man mit Balkenbildungen an den Bildschirmseiten leben müssen. Mich persönlich hat das im Praxistest aber überhaupt nicht gestört.

Fazit

Ich bin selten so unkritisch bzw. beinahe restlos begeistert, aber hier stimmt eine ganze Menge

Insgesamt konnte mich der LG 29EA73 fast restlos überzeugen. Ich bin selten so unkritisch bzw. beinahe restlos begeistert, aber hier stimmt eine ganze Menge. Das Bild ist scharf, kräftig und satt, der Monitor trifft ein gutes Gewicht, der Rahmen ist schön dünn und sogar das OSD-Menü bzw. dessen Buttons sind gut durchdacht.

Die einzigen echten Manko sind an und für sich zum einen die USB-Anschlüsse, die zwar reichlich vorhanden, aber doch etwas umständlich platziert sind. Sicher: Um Maus und Tastatur anzuschließen, ist die Platzierung vollkommen in Ordnung, den Gedanken, aber auch USB-Sticks und derartige USB-Geräte über den Monitor anzuschließen, sollte man sich aufgrund der umständlichen Erreichbarkeit aber gleich wieder aus dem Kopf schlagen. Des Weiteren kann ich schlichtweg nicht verstehen, dass LG es augenscheinlich als akzeptabel erachtet, Zusatz-Tools anzubieten, die nicht unter Windows 8 funktionieren. Das ist im Jahr 2014 ganz einfach nicht entschuldbar.

Schön wäre zwar beispielsweise auch eine Höhenverstellbarkeit gewesen, allerdings wäre der Monitor dann definitiv auch teurer, des Weiteren hat LG auch 29”-Geräte im UltraWide-Format im Angebot, die mit diesem Feature kommen. Ganz persönlich muss ich auch anmerken, dass mir die Höhe des Monitors auch ohne Höhenverstellbarkeit direkt zusagte, insofern stört mich das bei meinem Setup noch einmal etwas weniger.

Ein gutes Gesamtpaket zum fairen Preis

Somit bekommt man für derzeit rund 300 Euro ein gutes Gesamtpaket zum fairen Preis. Wer in erster Linie jegliche Art von Office-Arbeiten am PC/Mac verrichtet, wird hier sehr zufrieden sein, Gamer allerdings sollten sich vorher darüber informieren, ob die aktuellen Lieblingsspiele (vor allem etwas ältere Vertreter) auch die native Auflösung unterstützen, künftige Spiele jedoch dürften auch hier kein Problem mehr darstellen, denke ich.