Microsoft Sculpt Comfort Mouse ausprobiert

Zwar bin ich unlängst auf ein MacBook Pro 13” mit Retina-Display umgestiegen, allerdings arbeite ich trotzdem auch weiterhin täglich mit Windows. Das geschieht dann nicht mehr über mein Office-Setup, sondern direkt am Laptop. Meine Kabelmäuse erachtete ich dafür als ungeeignet, also musste etwas kabelloses her.

Mehrere Eigenschaften sollte jene neue erfüllen: Statt Funk sollte Bluetooth zum Einsatz kommen, damit ich mir einen USB-Dongle sparen kann. Das wiederum hält einen USB-Port frei und den Dongle würde ich sowieso früher oder später vergessen – ich kenne mich hierfür zu gut, als dass ich mich diesbezüglich belügen könnte. Des Weiteren wollte ich eine etwas kompaktere haben, denn die sollte im Fall der Fälle auch mobil nicht zur Last werden. Eine gleichermaßen gute Funktionalität unter Windows 7 und Windows 8.1 (sowie aktuell die Technical-Preview zu Windows 10 – ein Bericht hierzu folgt noch) mitsamt ebenfalls gleichermaßen funktionierender Anpassungsmöglichkeiten wäre ebenfalls mehr als wünschenswert.

Durch meinen Kollegen René von mobiFlip.de wurde mein Interesse dann in Richtung der Microsoft Sculpt Comfort Mouse gelockt. Diese erfüllt scheinbar meine Voraussetzungen, macht auf den Produktfotos einen ergonomisch guten Eindruck, sieht schick aus und bietet mit dem Windows-Button auch noch eine interessante und einmalige Eigenschaft, die sonst nur die Sculpt Mobile Mouse bietet, welche ebenfalls von kommt. Vor wenigen Tagen habe ich die Maus dann also ohne großes Nachdenken via Amazon für rund 30 Euro bestellt, einen Tag später wurde sie dann geliefert. Nachfolgend gibt es also meine bisherigen Eindrücke zur Sculpt Comfort Mouse nachzulesen.

Technische Spezifikationen

  • Konnektivität: Bluetooth
  • Abtastung: 1.000 DPI, BlueTrack-Technologie
  • Tasten: Linke, rechte und mittlere Maustasten, 4-Wege-Scrollrad, Windows-Button mit Touch-Oberfläche für zwei Wischgesten
  • Spannungsversorgung: 2 x AA-Batterien (im Lieferumfang inkludiert)
  • Farbvarianten: Schwarz
  • Ergonomische Ausrichtung: Ja, für Rechtshänder
  • OS-Kompatibilität: Windows 7, Windows 8.x, Windows RT, OS X 10.4 und neuer

Einrichtungsprozess

Zunächst einige kurze Worte zur Einrichtung der Sculpt Comfort Mouse. “Kurz” deswegen, weil die Inbetriebnahme und Erkennung nicht einfacher sein könnte. Zunächst wird die Oberschale durch die Betätigung des Schalters auf der oberen Seite gelöst, die beiden mitgelieferten AA-Batterien kommen dann in die entsprechenden Fächer und anschließend wird die Maus eingeschaltet. Danach öffnet man die Bluetooth-Settings am PC oder Mac und betätigt den Connection-Button an der Unterseite der Maus. Beim Hinzufügen eines neuen Bluetooth-Gerätes sollte die Sculpt Comfort Mouse dann entsprechend angezeigt werden und sich verbinden lassen – et voilá!

Design, Verarbeitung und Haptik

Die Maus ist ganz klar auf Rechtshänder ausgelegt (oder eben Linkshänder, die die Maus mit der rechten Hand bedienen – wie in meinem Fall), das wird schon durch die kleine Daumenablage auf der linken Seite der Maus deutlich. Diese passt perfekt zu meinem Daumen, sodass der dort sehr gut hineinpasst und guten Halt findet.


Allgemein fässt sich die Maus durch die matte Kunststoffoberfläche an den Seiten griffig an, was eine sichere Bedienung wiederum vereinfacht. Die Oberseite jedoch ist in Hochglanzoptik gehalten – das gefällt definitiv und aus guten Gründen nicht jedem, sind derlei Oberflächen doch stark anfällig für Fingerabdrücke. Mich persönlich stört das allerdings nicht allzu sehr, wenn ich ehrlich bin. Rein optisch macht die Hochglanzoptik einen doch recht schicken Eindruck, allerdings ist das natürlich mehr als subjektiv, wie ich bereits andeutete.

Auch ansonsten sind Verarbeitung und Haptik durchweg gelungen: Die Maustasten haben einen guten Druckpunkt, sind verhältnismäßig leise und geben ein etwas “gedämpftes” Klickgeräusch von sich, was ich im Vergleich zu den meist sehr hochtönigen Klickgeräuschen anderer Mäuse sehr angenehm finde. Dazu knarzt es nirgendwo und die Spaltmaße sind insgesamt gleichmäßig gehalten. Folgend übrigens noch ein kleiner Vergleich zwischen der Sculpt Comfort Mouse und Apples Magic Mouse, damit ihr eine Idee von den Unterschieden in Sachen Design und Bauweise bekommt:

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Anpassungsmöglichkeiten

Microsoft Sculpt Comfort Mouse 11

Über das Maus- und Tastatur-Center bietet Microsoft reichhaltige Anpassungsmöglichkeiten für die Sculpt Comfort Mouse – so lange man mindestens Windows 7 nutzt. Dann aber kann man für jede einzelne Taste die entsprechende Funktion auswählen, die beim Klick ausgeführt werden soll. Das wiederum ist sowohl global, als auch anwendungsspezifisch möglich, sodass die mittlere Maustaste per Default jenen mittleren Mausklick auslöst, unter Chrome aber z.B. zum vorigen Browser-Tab wechselt etc.

Sehr interessant sind hier auch die Möglichkeiten zur Zuweisung von Tastenkombinationen auf eine der Maustasten sowie das Aufzeichnen von ganzen Makros, die per Klick abgespielt werden. Letzteres stelle ich mir z.B. dann nützlich vor, wenn man in bestimmten Anwendungen feste Workflows hat, die man dann mit der Maus ganz simpel automatisieren könnte.

Unter Windows 8 bieten sich hier übrigens auch noch systemspezifische Belegungsmöglichkeiten, wie der Start der Suchfunktion, das Aufrufen der Charms-Bar sowie der Multitasking-Ansicht. Alles in allem bietet Microsoft hier also eine ganze Menge Möglichkeiten zum Ausprobieren, wobei man von unnötigen Spielereien absieht und sich auf den Kern des Ganzen fokussiert.

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Die Maus in der Praxis

Durch das griffige Material an den Seiten arbeite ich sehr sicher mit der Maus und kann mich fix im System bewegen. Kleine Buttons sind schnell getroffen, weitere Mausaktionen konnte ich immer sicher ausführen. Durch meine Gaming-Mäuse nutzte ich in der Vergangenheit stets Geräte mit höheren DPI-Werten, allerdings merkt man im Office-Betrieb schlichtweg keinen Unterschied – hohe DPI-Werte bleiben ganz einfach eine Angelegenheit für Gamer. Ich für meinen Teil habe die Maus unter Windows 7 und der Developer-Preview von Windows 10 genutzt und hatte bei beiden Betriebssystemen keinerlei Probleme bei der Benutzung.


Auch der Formfaktor kommt mir persönlich sehr entgegen. Dieser bewegt sich irgendwo zwischen einer klassischen Laptop-Maus im Miniformat und einer ausgewachsenen Desktop-Maus. Dadurch, dass der Windows-Button allerdings recht weit vorne angebracht wurde, ist die Maus am besten im Claw-Grip zu halten, um den Button bequem mit dem Daumen bedienen zu können. Wer mit größeren Händen ausgestattet ist, dürfte aber auch im Palm-Grip keine Probleme damit haben, den Button zu erreichen. Ich für meinen Teil nutzte Mäuse bis zu meiner Apple Magic Mouse eigentlich immer im Palm-Grip. Durch die Umgewöhnung in den letzten Monaten hatte ich bei der Sculpt Comfort Mouse aber auch keine Probleme mit dem Claw-Grip und ich konnte die Maus, wie es der Name bereits andeutet, komfortabel halten und bedienen.

Das Scrollrad ist dazu sehr knackig gerastert, gewünscht hätte ich mir hier aber noch einen Switch, um auf Wunsch auch ohne Rasterung scrollen zu können, wie man es von Logitech-Mäusen kennt – etwas das unter Windows zwar sowieso nicht immer gut funktioniert, in langen Dokumenten und Anwendungen mit Smooth-Scrolling-Funktionalität aber sehr nett sein kann. Neben klassischem vertikalen Scrolling lässt sich das Mausrad auch zur Seite neigen, um nach links oder rechts zu scrollen. Das wiederum ist bei “besseren” Mäusen seit Jahren mehr oder minder Standard, aber trotzdem nett anzuschauen – vor allem natürlich unter Windows 8.x.


Interessant ist an der Sculpt Comfort Mouse natürlich auch der Windows-Button, welcher statt klassischer Vor- und Zurück-Buttons an der linken Seite angebracht wurde. Ein Druck ruft das Startmenü bzw. den Start-Screen auf, darüber hinaus dient die blau eingefärbte Fläche auch als Touch-Oberfläche für Wischgesten. Die dazugehörigen Aktionen lassen sich, wie oben beschrieben, an die eigenen Wünsche anpassen. Standardmäßig ist die Wischgeste nach unten mit der jeweiligen Multitasking-Ansicht belegt – zusammen mit der Taste für das Startmenü oder den Start-Screen will Microsoft also erreichen, dass der Nutzer sich möglichst fix durch viele geöffnete Anwendungen und Fenster belegen kann.

Während ich persönlich nicht unbedingt eine dedizierte Maustaste benötige, um das Startmenü oder den Start-Screen aufzurufen, funktionieren die Wischgesten sehr gut und ersetzen die physischen Buttons zum Vor- und Zurückgehen exzellent, sodass ich diese in der Praxis nicht vermisse – bei erfolgreicher Ausführung einer Wischgeste kann auf Wunsch übrigens eine kurze Vibration ausgegeben werden, was meiner Meinung nach ein probates Mittel zur Ausgabe von Rückmeldungen und somit ein nettes Detail ist. Darüber hinaus fühlt es sich schon sehr zeitgemäß an, Aktionen an der Maus via Wischgeste auszuführen – ein Aspekt, den ich sehr an der Magic Mouse unter OS X schätze und der hier ebenfalls zum Tragen kommt.

Mein Fazit

Insgesamt bin ich von der Microsoft Sculpt Comfort Mouse sehr angetan. Sie fässt sich gut an, ist hervorragend verarbeitet, bedient sich angenehm und lässt sich über die Microsoft-Software detailliert anpassen. Dazu wird die Bluetooth-Verbindung sehr zuverlässig gehalten, Mausbewegungen werden genau erfasst und umgesetzt, des Weiteren geht die Einrichtung leicht von der Hand. Zählt man noch die knackigen Maustasten und die interessanten Möglichkeiten der Windows-Taste hinzu, haben wir hier ein starkes Gesamtpaket, welches Microsoft da im Portfolio hat.

Das alles gibt es für eine UVP von 40 Euro und bei Amazon sogar für die erwähnten 30 Euro. Der Preis ist für die Maus mehr als passend. Im Office-Bereich hatte ich unter Windows bisher noch keine Maus, die mir in der kurzen Zeit so gut gefiel. Nicht nur, weil sie sich gut bedienen lässt, sondern weil Microsoft sich hier auch mal etwas getraut hat und das finde ich prinzipiell immer begrüßenswert – vor allem, wenn das Endresultat dessen am Ende des Tages doch so gut ausfällt. Ich für meinen Teil kann die Maus also an alle Mausschubser im Office-Bereich wärmstens empfehlen.

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