Otter Browser für Linux: Vielversprechender Opera-Nachbau in erster Beta-Version verfügbar

Nachdem Opera seit Version 12.16 nicht mehr für Linux angeboten, machten sich einige Entwickler daran, einen Nachbau zu entwickeln, der allerdings mehr als nur das werden soll.

Eben jener Nachbau hört auf den Namen “Otter ” und ist kürzlich in einer ersten Beta-Version verfügbar geworden. Das Projekt soll allerdings nicht einfach nur Opera nachbauen, sondern lediglich als Basis auf diesen praktisch “aufsetzen” und darüber hinaus viele coole Features bekommen. Eine erste Maßnahme zur Differenzierung begann beispielsweise direkt in der Entwicklung, da man von Anfang auf die C++-Klassenbibliothek Qt5 setzte, statt auf Qt4.

Ferner wollen die Entwickler Otter Browser stark modular aufbauen, was sich z.B. darin äußern soll, dass man in Zukunft unterschiedliche Browser-Engines nutzen können soll. Bisher setzt der Browser auf WebKit, sobald Qt mittels QtWebEngine Alternativen bieten kann, könnte man beispielsweise stattdessen auch Mozillas Engine Gecko oder Googles Pendant Blink nutzen.

Weiterhin mokieren sich die Entwickler darüber, dass Opera in den letzten Versionen zunehmend simplifiziert wurde, sodass Power-User weniger Funktionen zur Verfügung steht. Mit Otter Browser soll der Rückwärtsgang eingelegt werden, beispielsweise wird in Zukunft aller Wahrscheinlichkeit nach auch ein E-Mail-Client integriert.


Dadurch, dass sich Otter Browser derzeit in der ersten Beta-Version befindet, sind Programmfehler natürlich inbegriffen, sodass man unter anderem Probleme mit Flash-Dateien bekommen wird. Des Weiteren fehlen verschiedene Funktionen, die unter anderem Opera auch auszeichneten. Beispiele dafür wären eine Passwortverwaltung, Mausgesten, Möglichkeiten zur Blockierung von Inhalten und verschiedenste Anpassungsmöglichkeiten.

Wer Otter Browser dennoch bereits jetzt ausprobieren möchte, findet alle Anweisungen zur Installation auf der offiziellen Webseite. Bisher stehen der Quellcode sowie Binärpakete für verschiedene Distributionen zur Verfügung. Bis zur finalen Version 1.0 soll es übrigens noch mindestens zwei weitere Beta-Releases geben, in denen Programmfehler ausgemerzt und fehlende Features implementiert werden sollen.

Ich halte Otter Browser für ein durchaus interessantes Projekt, das man als Linux-Nutzer durchaus im Auge behalten kann, denn die eventuelle Möglichkeit, in Zukunft Browser-Engines wechseln zu können, ist z.B. bereits ein starkes Argument für das Projekt – ich hoffe, dass die Entwickler ihr Wort halten können werden und sich genügend Zeit nehmen werden, um die Entwicklung ordentlich fortzuführen.


Download Otter Browser →

Bldquelle Otter Browser via Pro-Linux Danke René
  • Beobachter

    Toll, ein weiterer WebKit-Browser!

    Ohne Presto braucht das niemand.

    • fryboyter

      Presto ist leider in der aktuellen Version alles andere als brauchbar. Immer mehr Seiten machen mit Opera 12.x Probleme. Besser wird dieser Zustand auch nicht werden.

      Da nehme ich lieber einen Webkit-Browser der aktiv entwickelt wird.

      • Beobachter

        Da gibt es unzählige andere (“bessere”)…

        • fryboyter

          Also so viele die für einen ehemaligen Opera-User “besser” sind, fallen mir jetzt nicht ein.

          • Beobachter

            Man könnte Firefox so konfigurieren, dass es beinahe wie Opera aussieht.

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