rdio im Test: Der beste Musikstreaming-Dienst

Zuletzt erst habe ich ja darüber geschrieben, dass ich es wirklich schade finde, dass Spotify nicht das ist, wonach ich suche. Eines allerdings blieb: Die Lust nach einem Musikstreaming-Dienst, die WiMP ursprünglich geweckt hatte. WiMP und Spotify passen also nicht zu mir – welcher Dienst ist dann die nächste Alternative? Simfy? Auf keinen Fall! ist das Wort der Magie! Ich nutze den Dienst jetzt seit ein paar Wochen und will an dieser Stelle mal darüber berichten, wie ich den Musik-Dienst der Skype-Gründer finde.

Allgemeines zum Dienst

Wie geschrieben ist rdio einer der inzwischen doch recht vielen Musikstreaming-Dienste und bietet, laut eigenen Aussagen, ca. 18 Millionen Songs an. Apps stehen für , Mac , , , Windows Phone und BlackBerry, als auch Sonos- und Roku-Systeme zur Verfügung und auch eine -App kann im Browser genutzt werden. Musik kann bei Bedarf auch im Cache der mobilen Apps gespeichert werden, um offline wiedergegeben werden zu können. Soweit, so gut und inzwischen auch Standard bei diesen Diensten. Die Bitrate der Songs liegt bei maximal 320 kbit/s. Werden Songs mobil via 3G gestreamed, liegt die Audioqualität bei ca. 192 kbit/s.
Registriert man sich für rdio, hat man eine siebentägige Trial-Dauer, in der man den Dienst in kompletter Funktion auf Herz und Nieren testen kann. Will man anschließend weiterhin Nutzer bleiben, muss man zahlen. Dabei gelten die quasi-standardisierten Preisabstufungen: Die erste Stufe kostet 4,99 Euro und erlaubt die Nutzung der Desktop-Apps, sowie der Webanwendung. für 9,99 Euro kann man darüber hinaus auch noch die Mobile-Apps nutzen. Ich persönlich habe übrigens direkt zum dicken Premium-Angebot gegriffen, weil ich rdio vor allem mobil nutzen wollte.

Desktop-Apps und Webanwendung: Fast perfekt

Der Aufbau der Desktop-Apps und der Webanwendung ist recht klassisch. Links hat man die Navigation und rechts die jeweiligen Inhalte. rdio präsentiert einem dabei natürlich angesagte Songs und Alben, so wie es jeder Dienst macht. Generell kann man Alben und einzelne Songs zur eigenen Sammlung hinzufügen. Die eigene Sammlung lässt sich dann ganz klassische nach Künstlern und Alben filtern, wie man es von iTunes, MusicBee, Winamp usw. her kennt – ein Punkt, der mir in dieser Form bei Spotify stark fehlte.

Ein weiterer sehr cooler Punkt ist die Synchronisierung der Songs mit den mobilen Apps. Innerhalb der Desktop-App kann man Alben und Songs direkt zur mobilen Synchronisierung freigeben, was sehr angenehm ist. WiMP z.B. zwingt den Nutzer, den gesamten Vorgang in den mobilen Apps durchzugehen, was schnell nervig wird.

Negativ aufgefallen sind mir lediglich zwei Aspekte: Zum Einen benutzt die Desktop-App nicht den standardmäßigen Fensterstil, was ich generell unschön finde. Ich mag es, wenn der Desktop ein durchgängiges und einheitliches Design hat und keine Anwendung aus diesem herausfällt. Zum Anderen können Sondertasten an der Maus für “Vor” und “Zurück” nicht genutzt werden. Spotify reagiert auf diese Eingaben, rdio nicht. Beides ist schade, stellen allerdings keine Beinbrüche dar.
Mir gefällt die Desktop-App insgesamt gut. Das Streaming der Songs funktioniert einwandfrei, die Verwaltung fällt durch die eigene Sammlung leicht und durch die Möglichkeit, Songs vom Desktop zur App zu synchronisieren, ist sie auch funktionell. Auch das Anlegen von Playlists ist angenehm gelöst.

Die mobilen Apps: Klasse und angepasst

Dadurch, dass ich Premium-Kunde bei rdio bin, habe ich natürlich auch Zugriff auf die mobilen Apps des Dienstes. Und ich muss sagen, dass rdio seine wahre Stärke erst mobil wirklich zeigt, weil diese Apps sehr gut gemacht sind. Wie weiter oben geschrieben steht, gibt es offizielle Apps für die verschiedensten Systeme, allerdings konnte ich nur die für Android und iOS testen, da ich derzeit nur solche Geräte zur Verfügung habe.

Den Anfang macht die Android-App. Die ist auf Android 4.0+ optimiert und bietet eine schöne Optik. Man hat in der App auf praktisch alle Funktionen Zugriff, abgesehen vom Radio. Musik, die am Desktop zur Synchronisierung freigegeben wurde, kann man ganz simpel über den Menü-Button synchronisieren und der Offline-Modus ist über die Einstellungen zugänglich. Die eigentliche Player-Ansicht bietet Standardkost. Album-Thumbnails werden in den verschiedenen Menüs hübsch nebeneinander dargestellt, generell läuft die App sehr flüssig. Ein sehr cooles Feature ist übrigens auch der Player in der Benachrichtigungsleiste. Dort hat man nämlich eine Musiksteuerung zur Verfügung – etwas, das Spotify unverständlicherweise nicht bietet.

Auch die iOS-App steht dem in nichts nach. Die Anwendung bietet im Kern die gleiche Funktionalität, wie die Android-Version und wieder einmal sieht das optisch sehr schön aus. Die Player-Ansicht bietet beim iPad eine schöne und übersichtliche Gestaltung und läuft ebenfalls sehr performant, wie man es von iOS eben auch typischerweise kennt. Ich muss hier zwar sagen, dass die iPad-App von Spotify ungeschlagen cool ist in Sachen UI und Bedienung, allerdings bietet rdio die danach beste Streaming-App. Ein kleiner Nachteil, den aber alle Apps zusammen haben ist der, dass es keine pausenlose Wiedergabe gibt. Zwischen einzelnen Songs hat man also die übliche kurze Wartezeit. Das ist ein wenig schade, aber durchaus verschmerzbar.

rdio ist meine Wahl

Ich bin insgesamt überaus zufrieden mit rdio. So zufrieden, wie ich mit Spotify (vor allem auf Dauer) nicht sein könnte. Für mich ist es ein unbedingtes Muss, dass ich Musik auch innerhalb einer Sammlung verwalten kann, wie es beim klassischen Musikplayer möglich ist. Playlists finde ich einfach unfassbar unpraktisch und das fängt schon dann an, wenn ich einfach nur ein einzelnes Album hören will.

Gerade das macht rdio wertvoll für mich. Auch die einfache und komfortable Synchronisierung ist ein Grund für meine Zufriedenheit. Meiner Meinung nach lohnen sich die zehn Euro pro Monat absolut, denn der Komfort und die Möglichkeiten, die ein Musikstreaming-Dienst (und ganz besonders rdio) bietet, sind diese Summe einfach wert. Ich bin gerne Kunde bei diesem Dienst und bezahle die Summe mindestens genauso gerne, denn rdio gibt mir dafür alles, was ich brauche. Sicherlich gibt es auch einige wenige negativen Punkte, die ich auch angesprochen habe – diese allerdings kann ich leicht verschmerzen, wenn ich mir die Pro-Seite mal so anschaue. rdio ist meiner Auffassung (zumindest hierzulande) nach ein stark unterschätzter und weitgehend unbekannter Streaming-Dienst, was zum Einen schade, zum Anderen aber vor allem ungerechtfertigt ist.

rdio-Webseite

Bildquellen: rdio-Presseseite
  • Dominik

    Klingt ja sehr vielversprechend. Werde ich dann mal testen (:
    Bin derzeit (immernoch) bei Grooveshark und bis auf die schlecht getaggten Lieder und das man nicht direkt auf ein Album zugreifen kann (kann man schon, ist aber auch von Usern online, das heißt verschiedene Alben mit selben Namen und unterschiedlichen Inhalten, da wie gesagt schlecht getaggt).
    Was mir sehr gut gefällt ist, dass man eine Playlist auch mit mehreren Personen erstellen kann. So hab ich mit einer Freundin unsere Lieblingsmusik zusammen und sie wächst und wächst, da einem immer wieder neues zu dem einfällt, was der andere hinzufügt.

    Gibts so eine Funktion auch bei rdio? Ach, werd ich ja gleich rausfinden^^
    Du hast Synchro mit dem Phone erwähnt, heißt das, wenn du in der Desktop App auswählst das diese und jene songs snychronisiert werden sollen, auf dem Smartphone Offline zur Verfügung gestellt werden? Das fände ich spitze! (und möchte ich wissen bevor ich hier auch noch den Premiumdienst ordere (habe ich bei GS) )

    lg Dominik

    PS: Auf meinem (Kontrastarmen) Notebookmonitor kann ich nur sehr schwer die leichten Grautöne auf deinem Blog erkennen, die Navigation fällt dadurch sehr schwer. Ich möcht dir nicht in dein Design pfuschen, aber einen tick dunkler würde das ganze um einiges besser machen! (zumindest für mich^^)

    • http://CocasBlog.de Coca

      Playlists: Ja, man kann kollaborativ Playlists befüllen. Dabei gilt aber die Einschränkung, dass die entweder jeder befüllt, oder aber Leute denen man selber folgt.

      Offline-Sync: Ja, genau das heißt es. In den Mobile-Apps hast dann halt den Menüpunkt “Offline-Modus”, sodass Du synchronisierte Songs auch offline hören kannst.

      Österreich: Autsch. :-\

      Blog-Design: Ich schau mal, ob ich da was mache. Werde es in der nächsten CSS-Session aber definitiv in Betracht ziehen. Danke für den Tipp!

  • Dominik

    Ah verdammt…jetzt weiß ich wieder warum ich rdio verworfen habe…nicht in Österreich verfügbar /:

  • http://twitter.com/HRehburg Hannes Rehburg

    Meh :/ Scheinbar bin ich hier der einzige, der mit der Rdio Windows App massive Probleme hat, oder?
    Hab keine Menüleisten mehr, sämtliche Playertasten sind verschwunden, das Interface total zerhackt. http://d.pr/i/Da6w
    Keine Ahnung woran das liegt.

    Aber schöner Bericht :)
    Einziger Punkt der mich an Rdio stört und es damit für Zuhause unbrauchbar macht: Keinerlei Streamingoptionen. Weder DLNA noch sonst etwas. Gibt nur Frickellösungen via BT Streaming, Kabel ziehen oder sonen Mist, aber nichts wirklich praktisches..

    Dafür ist die Android App wirklich super.
    Nur dass auch da Streaming fehlt :/

  • http://www.noisiv.de/ Torge Santjer

    Da ich nur selten Musik mobil höre reichen mir mir meine lokalen MP3’s auf meinem S3, somit kann ich ungestört den Freemium Dienst von Spotify nutzen. Da ich auch die Meiste Zeit in Sounddrop verbringe (gibt es das eigentlich auch für andere Streamingdienste?) und ich gerne meine Playlists mit Freunden teile und mir die meiner Freunde ansehe wüsste ich keinen Grund warum ich umsteigen soll.

    Schon damals in Foobar2000 habe ich mir immer recht viele Playlists für verschiedene Stimmungen zugelegt (Feierabend, Party, Gaming etc). und das kann ich über Spotify ebenfalls nutzen.

    Was mich allerdings stark an rdio reizt ist das Design. Ich steh einfach auf dieses minimalistische, sehr helle Layout im Gegensatz zum tristen Grau von der Konkurrenz.

    Wie sieht’s bei rdio eigentlich mit der Soundqualität aus?

    • http://CocasBlog.de Coca

      320 kbit/s und entsprechend gut hören sich die Songs an. Bei Streaming über eine 3G-Verbindung sind es ca. 192 kbit/s. Habe völlig vergessen, das im Text zu erwähnen. Soeben nachgetragen, Danke!

  • http://www.lordysweblog.net Lordy

    Sollte ich vielleicht mal ausprobieren. ^^

    • http://CocasBlog.de Coca

      Solltest Du, es lohnt sich! :)

  • http://www.netzexil.de Horst Schulte

    Danke für den ausführlichen Artikel. Ich habe mir den Dienst gleich mal angesehenhört. Klingt wie die anderen. Allerdings macht alles einen freundlichen und aufräumten Eindruck.

    Gibt es eigentlich Argumente gegen Simfy? Ich hatte kürzlich was über die “Methoden” von Spotify gelesen, die zulasten der Künstler gingen. Vermutlich werden andere Streaming-Dienste das doch nicht grundlegend anders halten können oder sind diese Geschäftsmodelle so unterschiedlich? Weißt du mehr darüber?

    • http://CocasBlog.de Coca

      Simfy halte ich für einen halbtoten Dienst. Die müssen ziemliche Angst um ihr Produkt haben, oder schon im wortwörtlichen Dreck liegen, wenn die ihr Freemium-Angebot in so kurzen Schritten so stark beschneiden, wie sie es gemacht haben. Da brodelt etwas, da bin ich mir sicher.

      Bzgl. der Verhaltensmethoden der Dienste gegenüber Künstlern kann ich leider nicht sagen. Da bin ich schlicht nicht im Bilde. :-\

  • Daniel

    Hey,

    kann ich rdio auch offline auf dem Rechner nutzen oder funktioniert das nur auf dem Smartphone?

    • http://CocasBlog.de Coca

      Die Offline-Nutzung ist den mobilen Apps vorbehalten. Am Rechner wird stets gestreamed.

  • Daniel

    Danke. Dann wird mir das Abo für 4.99€ reichen.

    • http://CocasBlog.de Coca

      Dann wünsche ich viel Spaß mit rdio. :)

  • http://www.netzexil.de Horst Schulte

    Die 320 kbit/s haben die anderen Streaming-Dienste (Simfy jedenfalls und wohl auch Spotify) ebenfalls. Daran würde ich meine Entscheidung also nicht festmachen. Mir haben die Nachrichten über Spotify nicht gefallen. Deshalb habe ich meinen Premium-Account dort gekündigt und bin im Moment bei Simfy (dort schon … länger). Rdio gefällt mir gut. Ich habe seit gestern auch die App (iPhone) in Betrieb. Aber mehr als Musik machen tut der Service auch nicht. Das Angebot zu Simfy unterscheidet sich wahrscheinlich auch nicht grundlegend.

    Übrigens ist mir aufgefallen, dass neue Titel bei Spotify zwar auch erschienen sind, allerdings mit einiger Verspätung. Mich hat überrascht, dass Simfy schneller war. Dafür gibt es bei allen Streaming-Diensten wohl nicht wenig Künstler, die kaum oder gar nicht vertreten sind. So sucht man zB. Paul McCartney letztes Album vergebens. Jedenfalls habe ich es nicht gefunden…

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