Safari 5 Extensions im Überblick

Vielleicht habt ihr es ja mitbekommen, Apple hat zuletzt Version 5 seines Browsers Safari veröffentlicht. Größte Neuerung: Extensions! Firefox war der Vorreiter auf dem Gebiet, Chrome hat das zuletzt ebenfalls gut aufgegriffen und nun hat selbst Apple die Zeichen der Zeit erkannt (Achtung: ich bin Zyniker) und Safari ein Erweiterungssystem spendiert. Doch warum blogge ich nun darüber? Gute Frage. Normalerweise würde ich Apple-Ware nicht mit der Kneifzange anfassen. Aber ich bin ein Spielkind, ich liebe es irgendwelche Dinge zu konfigurieren, zu personalisieren und so. Und da kommen Programme mit Erweiterungsmöglichkeit natürlich gelegen. Außerdem will ich ja auch wissen worüber ich mir den Mund fusselig quatsche. Also schnell mal Safari installiert und die Erweiterungen abgeklappert. Und ich muss ehrlich sagen: ich bin ein wenig begeistert! Zwar gibt es noch nicht allzu viele Erweiterungen für Safari aber die, die es bereits gibt funktionieren fast ausnahmslos prächtig. Nur leider ist der Browser drumherum unbenutzbar. Hat immer Ewigkeiten gedauert, bis Safari angefangen hat Seiten zu laden etc. Aber egal, das ist ja hier nicht das Thema.

Das Thema sind die Extensions und von denen will ich euch einige vorstellen, die mir auf den ersten Blick besonders gefallen haben oder eben auch nicht.

Anlaufstellen

Wenn man Extensions installieren will muss man natürlich erstmal wissen wo man die überhaupt herbekommt. Offensichtlichste Anlaufstelle: Die Extensions Gallery von Apple. Da gibt es bereits einige schöne Erweiterungen. Einen netten Beitrag zu der Gallery ist übrigens im AppStorm Blog. Die Gallery ist im Safari leicht aufrufbar, wie ihr hier auf dem Screenshot seht:


Die Erwerterungen lassen sich dort sehr komfortabel über einen Klick auf “Install Now” installieren und sind ohne Neustart des Browsers einsatzbereit, wie bei Chrome und künftig auch bei Firefox per JetPack. Wirklich narrensicher, die Gallery. Meine zweite Anlaufstelle für die Extensions war der SafariExtensions Blog. Dort findet man im Blog zig Erweiterungen von denen eine ganze Menge nicht in Apples Gallery gelistet werden. Wenn man sich von dort eine Erweiterung installieren will muss man sie einfach nur runterladen. Beim Auswahldialog, ob die Datei nun heruntergeladen oder geöffnet werden soll wählt man letzteres und bestätigt anschließend nochmal die Eingabe. Wer sich Safari mit Erweiterungen anpassen will, dem kann ich das Blog wärmstens empfehlen. ;)

Extensions

Nun will ich aber wirklich mal anfangen und die Extensions vorstellen. Leider ist es nicht möglich, direkt auf die Extensions in der Gallery zu verlinken. Hier muss man sich mit einem Link auf die Kategorie der Erweiterung behelfen.

Procrastinate

Eine Erweiterung, die eine Toolbar für die Bookmarkdienste Instapaper, Pinboard, Reat It Later und del.icio.us einrichtet. In meinem Fall sind aber Instapaper und Pinboard außen vor mangels Nutzung meinerseits. Im Beispielscreenshot seht ihr die Bookmarklets für Read It Later: Read It Later Seite aufrufen, aktuelle Seite bookmarken, alle geöffneten Seiten bookmarken um sie der Reihe nach zu benennen. Sehr nützlich um schnell auf seine Bookmarks zuzugreifen. Einzig finde ich es schade, dass sich die Extension, so wie auch andere, eine eigene Toolbar einrichten und sicht nicht z.B. in die Lesezeichenleiste einbetten. Dadurch geht nur unnötiger Platz für die geöffnete Seite verloren. Trotzdem aber macht mir diese Extension Spass im Umgang, da sie immer zügig auf Befehle reagiert, nicht wie der Postponer Adder samt Manager für meinen geliebten Read It Later Dienst, welche wohl die langsamsten Extensions für Chrome überhaupt darstellen.

Ultimate Status Bar

Chrome hat damals als erster Browser die normale Statusleiste abgeschafft wie man sie vom Firefox und Internet Explorer kennt. Platzverschwender, den man nicht immer braucht. Ersetzt wurde die Statusleiste durch ein dynamisches PopUp, das immer dann auftaucht, wenn man mit der Maus über einen Link hovert. Ultimate Status Bar implementiert dieses Verhalten in Safari und ersetzt so die Statusleiste, welche im Safari standardmäßig bereits ausgeschaltet ist. Desweiteren bringt diese Erweiterung eine Unterstützung für Themes mit (derzeit werden 11 Themes mitgeliefert) und zeigt bei gekürzten Links auf Wunsch den Ursprungslink an.

User CSS

Ich liebe und brauche sie, die CSS Manager á la Stylish. Webseiten beliebig in der Darstellung anpassen und mehr, herrlich. Ich bin zwar ein vorbildlicher CSS- und HTML-Analphabet, aber es gibt ja genügend User Scripts im Internet, z.B. bei UserStyles.org. Nach der Installation nistet sich der CSS Manager mit einem Button in der URL-Leiste ein und kann von dort aus aufgerufen werden. Alternativ kann die Benutzeroberfläche auch über das Kontextmenü aufgerufen werden. Die Konfiguration erfolgt genauso wie bei Stylish für Chrome und ist daher sehr simpel. Ich konnte es mir natürlich nicht nehmen lassen und musste sofort testen ob mein Lieblingsstyle Helvetireader² für den Google Reader denn zusammen mit User CSS funktioniert. Und yay, es funktioniert einwandfrei. Also absolute Installationsempfehlung von mir!

bit.lyify

Wie der Name es schon andeutet ist bit.lyify eine Erweiterung, die Links per bit.ly kürzt. Das besondere an dieser Erweiterung ist aber die simple Integration in das Kontextmenü. Dort kann dann mit einem Klick auf den Eintrag simpel und schnell der Link der aktuell geöffneten Seite gekürzt werden. Weiterhin kann man in den Einstellungen noch seinen API-Key eintragen, damit die gekürzten Links auch später über das bit.ly Frontend ausgewertet werden können bezüglich der Statistiken.

Exposer

Die erste Enttäuschung unter den von mir getesteten Extensions. Wollte sie grad nochmal zwecks Screenshot anwenden, das aber war wohl nicht nach dem Geschmack von Exposer. Die Erweiterung funktioniert kein Stück, egal welche Tastenkombination ich vorher festlege. Gestern hat sie aber noch funktioniert. Jedenfalls, was macht diese Extension? Betätigt man die festgelegte Tastenkombination werden alle geöffneten Tabs übersichtlich mit Vorschaubild vom Webseiteninhalt dargestellt. Das alles mit abgedunkeltem Hintergrund und schöner Animation. Die Animation ist aber auch der Flaschenhals der Erweiterung, denn durch diese läuft Exposer einfach nur super langsam und ruckelig. Kein flüssiger Tabwechsel möglich. An sich schöner Eye-Candy also aber aktuell völlig nutzlos weil ruckelig.

Ostrich

Die zweite Enttäuschung in meinem Test: Ostrich. Eine Twitter-Extension, die Timeline, Mentions und Favoriten in einem einspaltigen Layout darstellt, ähnlich wie Echofon für Firefox oder Skeet für Chrome. Die Authentifizierung erfolgt über OAuth. Soweit also nichts besonderes. Das besondere daran ist, dass es nicht funktioniert. Jedenfalls bei mir nicht. Der Button in der URL-Leiste ist ausgegraut, also nicht einmal anklickbar. Erst wenn ich über “Symbolleiste anpassen …” den Button neu in die Leiste ziehe ist er anklickbar. Dann erscheint die Oberfläche von Ostrich, Tweets werden von mir aber keine geladen. Ob das nur ein Einzelfall ist? Immerhin ist die Extension in der Gallery gelistet. Nunja, so kann ich von Ostrich nur abraten.

Zusammenfassung

Es gibt bereits einige nette Extensions und dafür, dass Safari erst seit kurzem ein Erweiterungssystem anbietet gibt es bereits recht viele von ihnen. Allerdings fehlen natürlich noch etliche Extensions, die man von Firefox und Chrome kennt und die man nicht mehr missen möchte, weshalb ein Umstieg für mich auch trotz der neuen Erweiterungen nicht in Frage kommt. Außerdem ist Safari an sich meiner Meinung nach ziemlich unkomfortabel in der Bedienung weshalb ich, wie gesagt, weiter Chrome nutzen werde. Trotzdem, zum Rumspielen sind die Extensions ganz nett. Nichtsdestotrotz hat Apple einen Schritt in die richtige Richtung gemacht und wird wohl bald neue User begrüßen dürfen. Schließlich sind gute Erweiterungsmöglichkeiten das Hauptargument von Browsern. Oder weshalb kommt Opera etwa auch nach 10 Jahren nicht über die 5% Verbreitung kommt? ;)

So und jetzt ist, wie immer, eure Meinung gefragt! Werdet ihr der Extensions wegen Safari eine Chance geben und ihn ausprobieren oder gar komplett umsteigen? Oder doch lieber andere Browser?

  • http://www.techoblog.de Viktor

    Ich selbst nutzte Safari seitdem ich einen Mac habe. Vielleicht spricht die Gewohnheit aus mir.. jedenfalls bin ich mit Apple’s Browser zufrieden.

    In deiner Auflistung hat mir bit.lyify sehr gefallen. So ein Tool ist praktisch für das tägliche Surfen und Nutzen von Sozialen Netzwerken.

    • http://CocasBlog.de Coca

      Ja, unter MacOSX soll Safari auch wesentlich besser arbeiten. Jedenfalls liest man das ja überall.

  • http://dance2hard.de Lars

    Ich benutze nur auf der Arbeit Safari und habe mir auch gleich den neuen Safari geladen, musste vorher aber mein Mac OS X updaten weil es sonst nicht installieren konnte.

    Mir gefällt Safri besser als FireFox, dass ist klar aber vom Design und den Auswahlmöglichkeiten meiner Favo. Seiten finde ich Opera besser, auch wenn es nicht so stabil wie Safari läuft.

    Safari auf der Arbeit, Opera zu Hause – Gute abwechslung XP möp

  • Keplinger Josef

    Safari deckt bei Firefox völlig zu. Wie kann man dieses Ding wieder loswerden?

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