Sony Xperia Z3 im Kurztest

Im halbjährlichen Takt stellt neue Android-Flaggschiffe der Xperia-Z-Reihe vor. Das jüngste Kind dieser Serie ist nun das Xperia Z3, welches ich in den letzten drei Wochen testen durfte. Nach meinem Unboxing-Beitrag gibt es hier nun also einen Kurztest.

Technische Ausstattung und Lieferumfang

  • Display: 5,2” IPS-LCD, 1080p-Auflösung (424 ppi)
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 801 Quad-Core 2,5 GHz, Adreno 330 GPU
  • Speicher: 16/32 GB intern, 3 GB RAM
  • Kameras: 20,7 Megapixel Hauptkamera, 2,2 Megapixel Frontkamera
  • Akkukapazität: 3.100 mAh Li-Ion (nicht austauschbar)
  • Maße und Gewicht: 146 x 72 x 7,3 mm, 152 Gramm
  • Betriebssystem: Android 4.4.4 KitKat mit Sony-UI
  • Konnektivität: HSPA, LTE Cat.4, WiFi 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0, A-GPS
  • Sensoren: Accelerometer, Gyro, Proximity, Compass, Barometer
  • Sonstiges: Nano-SIM, Stereo-Lautsprecher, IP68-zertifiziert
  • Farbvarianten: Weiß, Schwarz, Kupfer, Silbergrün
  • Lieferumfang: , Sony MH750 In-Ear-Headset, zwei Paar Earpads, Headset-Anstecker, Micro-USB-Kabel, Netzteil, Schnellanleitungen

Hübsch und hochwertig

Die Xperia-Z-Flaggschiffe waren seit jeher für das hübsche Design und die hochwertige Verarbeitung bekannt und da macht auch das Xperia Z3 keine Ausnahme. Die Vorder- und Rückseite besteht aus Glas, der Rahmen ist komplett aus Aluminium gefertigt. Das fühlt sich in der Hand wirklich gut an – man fühlt regelrecht, dass man hier ein Highend-Gerät in der Hand hat, welches den Preis wert ist.


Im Vergleich zur vorigen Generation hat sich Sony aber auch endlich der Handlichkeit angenommen. Während die vorigen Geräte durch scharfe Kanten vergleichsweise negativ auffielen, sind sie dieses mal abgerundet, wodurch sich das Gerät gleich ungleich besser und bequemer halten lässt. Wenngleich das Display 5,2” groß ist, fühlt sich das Gerät insgesamt sehr kompakt an – dieser Eindruck allerdings dürfte bei mir persönlich auch daher rühren, dass ich generell größere Geräte um die 5,5” gewohnt bin. Insofern ist das natürlich ein sehr subjektiver Eindruck.


Überzeugt bin ich darüber hinaus auch von den Abdeckungen, die die IP68-Zertifizierung ermöglichen. Zwar bin ich weiterhin kein allzu großer Freund dieser Abdeckungen, allerdings schließen sie plan zum umliegenden Rahmen ab, mit dem Finger lässt sich der Übergang praktisch kaum erfühlen. Nichtsdestotrotz nervt es, den Deckel jedes Mal abnehmen zu müssen, um das Gerät zum Laden anzustecken – der dazugehörige Micro-USB-Port ist übrigens extrem ungewohnt in der oberen linken Ecke platziert. Prinzipiell nichts schlimmes, aber eben sehr ungewohnt.

Display endlich auf Höhe der Zeit

Das IPS-LCD löst mit 1.080 x 1.920 Pixeln auf und nachdem die Displays in den vergangenen Generationen stets nicht mit der jeweiligen Konkurrenz mithalten konnten, hat sich dies nun endlich geändert: Farben wirken kräftig, die Schärfe ist ausgezeichnet und sogar die Blickwinkelstabilität ist endlich mehr als brauchbar – vor allem letzteres war in der Vergangenheit stets die Achillesferse schlechthin. Der Schwarzwert jedoch ist leider nicht optimal – insgesamt kann ich mit dem Display aber sehr gut leben.


Im Gegensatz zu so manchem Konkurrenten verzichtete Sony auf eine QHD-Auflösung beim Xperia Z3. Dies begründete man damit, dass eine solche Auflösung in der Praxis kaum von Nutzem sei und lediglich einen erhöhten Akkuverbrauch nach sich ziehen würde. Während ich diesen Gedanken bei einem 5,2”-Display vollends unterstütze, wird Sony diese Aussage nur getätigt haben, um eine plausible “Entschuldigung” auf Lager zu haben. Die nächste Generation wird garantiert mit QHD-Auflösung daherkommen – sei es nun nützlich oder auch nicht.

Langlebig und äußerst performant

Beeindruckt haben mich beim Xperia Z3 vor allem zwei Dinge: Akkulaufzeit und Performance. Ich für meinen Teil habe mit einer Akkulaufzeit problemlos den zweiten Arbeitstag überstanden und das, ohne mich dabei in meiner Nutzung einschränken zu müssen. Bei starker Nutzung sind rund 5,5 Stunden Display-On-Time definitiv drin und wenn man die Nutzung auf ein “reguläres” Maß herunterschraubt, komme ich bei circa drei Stunden Display-Zeit über zuvor angesprochene zwei Arbeitstage.

Der Performance-Aspekt ist nicht minder beeindruckend: Ich hatte tatsächlich zu keinem einzigen Zeitpunkt das Gefühl, dass mich das System in irgendeiner Art und Weise ausbremsen würde. Viel eher ist das genaue Gegenteil der Fall: Animationen laufen blitzschnell und flüssig ab, alles ist derartig smooth, wie ich es nur sehr selten gesehen habe. Die Performance ist in allen Aspekten auf iOS-Niveau – zu 100 Prozent der Zeit, ohne Aussetzer. Das ist bemerkenswert und beeindruckt mich.

Während mich die Performance bereits beim OnePlus One beeindruckte, welches in einer ähnlichen Liga spielt, setzt das Xperia Z3 scheinbar locker aus dem Ärmel heraus noch einen drauf und das, obwohl der gleiche Prozessor und dazu sogar noch ein OEM-UI zum Einsatz kommen. Sonys Benutzeroberfläche gehört im Performance-Bereich definitiv zu den Allerbesten Vertretern. Wie gesagt: Vor meinem iPhone 6 Plus muss sich das Xperia Z3 keinesfalls verstecken und das Nokia Lumia 930 mit Windows Phone 8.1 kann hier bei weitem nicht mithalten.

Touch-to-focus? Was ist das?

Der Sensor der Hauptkamera löst mit 20,7 Megapixeln auf – während sich das auf dem Blatt sehr mächtig anhört, enttäuscht mich die User-Experience. Touch-to-focus gibt keinerlei Rückmeldung über erfolgreiches Fokussieren, das Benutzen des Kamera-Buttons führt dazu, dass durch das kurze Wackeln beim Auslösen auch das Foto nicht zu 100 Prozent knackig scharf ausschaut.

Gewöhnt man sich an die Eigenheiten der Touch-Bedienung der Kamera-App, sodass man touch-to-focus einfach konsequent nicht mehr nutzt, gelingen insgesamt ansehnliche Fotos, die allerdings auch dann nicht vollends beeindrucken. Mir persönlich fehlt im Daylight-Bereich das “gewisse etwas”. Lowlight-Fotos sind allerdings sehr brauchbar – der Detailgrad ist für meine Begriffe gut ausgeprägt, des Weiteren halten sich auch Rauschbildungen sehr zurück.


Die Kamera-App versucht darüber hinaus durch viele verschiedene Modi zu glänzen. Neben dem automatischen und manuellen Modus gibt es hier auch noch Modi, mit denen z.B. Aufnahmen von der Haupt- und Frontkamera zu einem Foto zusammengesetzt werden. Dazu gesellen sich weitere Modi für 4k- und Zeitlupen-Aufnahmen, verstärkte Hintergrund-Unschärfe und zum direkten Anhängen der Fotos in eine Evernote-Notiz. Das Ganze ist zudem plugin-basiert und kann daher über ein integriertes Interface mit weiteren Modi aufgebohrt werden, sodass man direkt aus der Kamera-Anwendung heraus Time-Lapse-, Vine-, Horizon-Aufnahmen und und und aufnehmen kann.

Funktionell wird hier also einiges geboten und die Anordnung der einzelnen Elemente in der Übersicht lassen sich per Drag & Drop nachträglich definieren. Nichtsdestotrotz empfinde ich das Layout als recht unübersichtlich und dezent chaotisch. Eine übersichtlichere Aufbereitung würde hier definitiv stark helfen.

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Ein brauchbares Hersteller-UI

Wie viele andere Hersteller stattet natürlich auch Sony die die Geräte mit einem eigenen UI aus. Darunter arbeitet Android 4.4.4 und im Vergleich zu anderen User-Interfaces gefällt mir das von Sony wirklich sehr gut. Man merkt hier z.B. keinerlei Performance-Einbußen, generell orientiert man sich weitgehend am Android-Original, wenn es um die grundlegende Funktionalität und das Layout geht.

Die Sony-eigenen Applikationen wirken dagegen optisch leider etwas altbacken. Die App-Icons und die generellen Layouts könnten um einiges moderner gestaltet werden und so besser ins optische Gesamtgefüge passen. Des Weiteren ist das Tastatur-Layout zwar wirklich gut gelungen, allerdings werden die Eingaben erst mit einer kleinen Verzögerung abgearbeitet, wodurch sich das Schreiben der Texte recht komisch anfühlt – eine alternative Tastatur-App ist hier meiner Meinung nach Pflicht.

Anderweitig stattet Sony das Xperia Z3 mit einigen hochinteressanten Features aus – allen voran Remote-Play mit der PlayStation 4. Installiert man die dazugehörige App, kann man die Konsole und einen DualShock-Controller mit dem Smartphone verbinden und Spiele von der PlayStation zum Xperia Z3 streamen, um diese dort zu spielen. Für PlayStation-Besitzer hat Sony also ein schlagkräftiges Argument auf Lager – ich für Teil konnte das in Ermangelung einer PlayStation 4 aber leider nicht ausprobieren.

Sehr cool ist ebenfalls die Möglichkeit, bestimmte Automatismen zu konfigurieren. So kann man ein Event festlegen, auf dessen Basis z.B Apps geöffnet oder Funktionen aktiviert bzw. deaktiviert werden. Ich habe damit z.B. konfiguriert, dass beim Einstecken meiner Earbuds automatisch Rdio geöffnet und das Tethering-Feature aktiviert wird. Werden die Earbuds dann wieder herausgezogen, deaktiviert sich auch das WiFi-Tethering wieder. Des Weiteren kann man so auch eine Art Ruhemodus beim Einstecken des Ladekabels aktivieren, indem dann alle Ruftöne auf lautlos geschaltet werden – nützlich vor allem dann, wenn man das Gerät nachtsüber auflädt.

Generell lässt sich festhalten, dass das Sony-UI trotz der erwähnten Mängel in der Praxis viel Spaß macht, was hauptsächlich daran liegt, dass es eben extrem performant läuft und das Gerät nicht mit zu vielen Features, die das User-Interface zumüllen, daherkommt. Im Vergleich zu anderen Interfaces von Samsung, LG, Huawei und Co. befindet sich Sony ganz weit vorne in Sachen ease-of-use und Schnelligkeit, was meiner Meinung nach ganz viel wert ist.

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Leiser Stereo-Sound

Sony verbaute bei dieser Xperia-Z-Generation zwei Lautsprecher, die auf der Vorderseite angebracht sind und Stereo-Sound ausgeben. Die Qualität ist hier ziemlich hoch mit stets angemessenen Höhen und auch Tieftöne sind im Vergleich zu anderen Geräten stabil gut. Der Preis für die durchgehend gute Audioqualität ist allerdings die Lautstärke, die im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen sehr leise daherkommt.


Im Audiobereich ist mir allerdings negativ aufgefallen, dass die Audioausgabe über den Klinkenstecker ein wenig zu wünschen übrig lässt. Ich persönlich nutze derzeit Xears Experience XE200PRO, die z.B. beim iPhone 6 Plus wesentlich lauteren und qualitativ höherwertigen Sound ausgeben. Auch beim OnePlus One gefiel mir die Audioausgabe definitiv um einiges besser.

Fazit

Insgesamt war das Sony Xperia Z3 über die vergangenen drei Wochen ein sehr stabiler Begleiter, auf das ich mich schlicht und ergreifend verlassen konnte. Android lief durchweg stabil und äußerst performant, die Akkulaufzeiten waren ebenso verlässlich lang und auch das Display hat mich keinesfalls enttäuscht. Dazu erweckt das Gerät abermals einen sehr hochwertigen Eindruck und durch die abgerundeten Seiten liegt es auch angenehmer in der Hand.

Die Kamera-Experience lässt für meine Begriffe allerdings zu wünschen übrig – zwar fallen die Fotos meist ansehnlich aus, allerdings ist der Weg bis zum geschossenen Foto optimierungsbedürftig – vor allem einen ausgereifteren Touch-to-focus-Mechanismus wünsche ich mir hier.

Abgesehen von diesem Problem hat mich das Xperia Z3 aber sehr beeindruckt, sodass es das insgesamt beste Android-Gerät ist, das ich bislang nutzen durfte. Das LG G3 hat eine frustrierend schlechte UI-Performance, das OnePlus One lässt im Kamera-Bereich vergleichsweise viel zu wünschen übrig (wenngleich man für letzteres natürlich sehr viel weniger Geld auf den Tisch legen muss, was man hierbei bedenken sollte).

Wer also ein ausdauerndes und hochperformantes Android-Flaggschiff sucht, sollte das Xperia Z3 zumindest in die engere Auswahl einbeziehen – zumal es mit aktuell ca. 530 Euro weniger als manch aktueller Konkurrent kostet.

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