Notiz-Dienst Springpad wird am 25. Juni eingestellt

Springpad Header

Die eierlegende Notiz-Wollmilchsau Springpad wird am 25. Juni , wie man aktuell auf dem hauseigenen Blog bekannt gab.

Auf den ersten Blick erscheint diese Einstellung, über die zuerst bei The Verge berichtet wurde, überraschend, bei näherer Betrachtung stirbt hier allerdings ein weiterer Dienst aus einem ganz einfachen Grunde: Die Konkurrenz ist schlicht besser. Über mehrere Jahre hinweg versuchte man sich vor allem gegen Evernote, Pinterest und ähnlichen Diensten zu behaupten – diese jedoch haben teilweise um ein vielfaches mehr Nutzer: Evernote vermeldete zuletzt beispielsweise über 100 Millionen Nutzer, während lediglich von 400.000 aktiv genutzt wurde.

Evernote hat darüber hinaus sogar ein stabiles finanzielles Fundament durch die Premium-Stufe, Springpad verzichtete bis zuletzt darauf und zog alle finanziellen Mittel aus Finanzierungsrunden. Das wichtigste Kapital sind dann die Nutzer und wenn die wegbleiben und man sich auf Dauer nicht behaupten kann, ist ein Unternehmen spätestens auf lange Sicht hin zum Scheitern verurteilt und dieser Realität muss sich das Springpad-Team nun leider gegenüberstellen, nachdem es in den letzten Monaten sehr ruhig um das Team und den Dienst wurde.

Probleme gab es aber auch immer wieder beim Dienst selbst: Während Springpad einen praktisch unzählbaren Funktionsumfang hatte, war keine Funktion ausgeprägt und schlicht gut genug, um als “Killer-Feature” und somit als Nutzermagnet dienen zu können – darüber hinaus gab es auch stets Performance-Probleme, sodass sich die Web-App lange nicht optimal nutzen lies. Auch die immer stärker werdenden sozialen Einflüsse konnten dem nicht entgegenwirken.

Letzten Endes kommt hier nun alles zusammen, weswegen ein Startup scheitern kann: Fehlende Nutzer, keine Alleinstellungsmerkmale, fehlende finanzielle Mittel. Wie gesagt: Bei näherer Betrachtung ist das Ende von Springpad wenig überraschend. Auch ich nutzte Springpad über einen längeren Zeitraum wegen der vielen Funktionen, musste dann aber Mitte 2012 frustriert realisieren, dass es sich mit anderen Diensten schlicht besser über die Runden kommen lässt.

Wie dem auch sei: Am 25. Juni ist nun also Schluss. Die mobilen Apps, die Weboberfläche und alle damit verbundenen Features werden dann nicht mehr funktionieren. Auch die Nutzerdaten sollen dann gelöscht werden. In den nächsten Tagen wollen die Entwickler den Nutzern ein Tool zur Verfügung stellen, mit dem sie ihre Daten exportieren können.

Announcement: Springpad is Shutting Down on June 25th

  • Stefan Starkbaum

    Schade, habe ich während meinem Studium immer wieder verwendet. War mir irgendwie auch sympathischer als Evernote.

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