Tidal: Neuer Musikstreaming-Dienst gestartet (Kommentar)

Mit Tidal ging aktuell ein neuer -Dienst in Deutschland an den Start, der gegen Spotify, Rdio und Co. antritt und über Prominenz punkten will.

Das Grundkonzept ist hier im Prinzip mit dem der Konkurrenten vergleichbar: Der Musikkatalog besteht laut offizieller Aussage aus 25 Millionen Songs, die man primär über die Webanwendung oder über die mobilen Applikationen für Android und iOS hören kann. Songs können in Sammlungen und Playlists einsortiert werden und für den mobilen Gebrauch offline zwischengespeichert werden. Weitere Applikationen für verschiedene Plattformen (unter anderem Sonos) sind ebenfalls vorhanden.

Unterschiede ergeben sich dann, wenn man etwas stärker ins Detail geht: Eine komplett kostenlose Nutzungsstufe existiert nicht, die preisgünstigste fängt bei zehn Euro pro Monat an. Für 20 Euro pro Monat bekommt man wiederum z.B. eine bessere Audioqualität, die man bei Tidal mit der Klangqualität von CDs vergleicht. Ähnlich wie Beats Music kuratiert man bei Tidal zudem händisch Musik, statt sich auf Algorithmen zu beschränken. Primär möchte man sich allerdings auf die Unterstützung prominenter Künstler verlassen. Dass Jay-Z hinter Tidal steckt, wird hier mehr als offensichtlich, denn bereits zum Start hinweg bekommt der -Dienst Support von Kanye West, Beyoné, Taylor Swift und vielen weiteren.

Am Ende des Tages wird man bei Tidal also versuchen, Nutzer über exklusive Inhalte zu generieren und diese an sich zu binden. Um diese Künstler langfristig an sich zu binden, wird Tidal ihnen sicherlich auch höhere Summen zahlen, als es beispielsweise bei Spotify der Fall ist, welches exakt deswegen regelmäßig in der Kritik steckt. Auch andere Faktoren, wie die angepriesene Klangqualität der , sollen hier natürlich ihren Teil zum Gesamtpaket beitragen.

Die Frage ist allerdings, ob das ausreicht, damit sich Tidal gegenüber Spotify behaupten kann. Ich persönlich sehe das kritisch, denn abseits der unterstützenden Prominenz sind die Musikkataloge vieler Künstler, nach denen ich stichprobenartig gesucht habe, unvollständig und teilweise fast gar nicht vorhanden. Während man also die populärsten Künstler in Zukunft eventuell an sich binden kann, dürfte es in der Breite Mängel geben. Auch die Klangqualität wird einen Großteil der Nutzer ganz sicher nicht dazu bewegen, sich aktiv für Tidal zu entscheiden, denn der durchschnittliche Hörer schert sich heutzutage (leider) nicht mehr um die technische Qualität der Musik – sonst wäre YouTube keine derart beliebte Musiklösung, die bis heute exzessiv genutzt wird, da es eben kostenfrei ist.

Ich für meinen Teil sehe ich den Start von Tidal also mit sehr gemischten Gefühlen. Insofern lasse ich mich aber auch gerne eines besseren belehren. Sofern ihr den Dienst selbst ausprobieren möchtet, könnt ihr dies 30 Tage lang kostenlos tun – beachtet dabei allerdings, dass ihr bei der Registrierung bereits eure Zahlungsmethode angeben müsst – sofern ihr Tidal also nach den 30 Tagen nicht mehr nutzen möchtet, müsst ihr das Abonnement rechtzeitig kündigen.

Anbei binde ich für euch übrigens nochmal die offizielle (und bisweilen sehr seltsame) Pressekonferenz zum Start von Tidal sowie einen Kommentar von Anthony Fantano ein, den ich übrigens sehr schätze. Er geht im Video ebenfalls auf die möglichen Chancen und Risiken des Musikstreaming-Dienstes ein. Was sagt ihr denn zum Start von Tidal?

TIDAL
Entwickler: TIDAL
Preis: Kostenlos
TIDAL
Entwickler: TIDAL Music AS
Preis: Kostenlos+

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