UberWriter für Linux: Ablenkungsfreies Schreiben im iA-Writer-Stil

Nach wie vor ist Distraction-Free-Writing ein großes Thema für mich, auch wenn es darüber hier im Blog zuletzt eher weniger zu lesen gab, was auch daran liegen mag, dass ich einen Großteil der dazugehörigen Windows-Apps bereits vorgestellt habe. Springen wir also über den großen Teich und schauen uns auf der -Plattform um. Hier gibt es die noch recht junge App “UberWriter” vom schweizerischen Entwickler Wolf Vollprecht und die macht bereits einen richtig guten Eindruck!

Die App kommt im schlichten weißen Look daher und arbeitet nach dem Prinzip “weniger ist mehr”. Eine Vielzahl an Optionen findet man hier also nicht. Umso besser ist dafür das umgesetzt, was vorhanden ist. Die Texte sehen z.B. sehr gut aus und lassen sich schön flüssig schreiben und nachlesen. Einen Vollbildmodus gibt es ebenso, wie die Unterstützung der Markdown-Syntax. Auch der Export der Texte in HTML, PDF und RTF ist möglich und eine Rechtschreibprüfung ist auch mit an Bord.

Ein ebenso interessanter Punkt ist der “Focus-Mode”. Ist dieser aktiviert, schiebt sich der aktuell beschriebene Satz in die Mitte des Fensters und der Rest des Textes wird in einem helleren Grau dargestellt. Auch die roten Unterstreichungen von der Rechtschreibprüfung werden dann ausgeblendet. Das soll den Fokus auf das aktuell Geschriebene steigern und funktioniert, zumindest für mich, ziemlich gut.

Kennern wird natürlich sofort auffallen, dass UberWriter generell und der Focus-Mode im Speziellen stark an iA Writer für Mac OS X erinnern. Auch das Icon der Linux-App verstärkt diesen Eindruck, welcher absolut korrekt ist. Der Entwickler gibt dies auf der UberWriter-Webseite auch offen zur Kenntnis.

Für die Zukunft hat Vollprecht bereits einige neue Funktionen angekündigt. Bilder sollen sich per Drag & Drop einsetzen lassen, Texte soll man als HTML in die Zwischenablage kopieren können und Ubuntu One, als auch Dropbox, sollen zukünftig direkt unterstützt werden, um die Texte dort zu speichern. Ebenfalls soll man bald auch Dateien importieren können, die nicht im Markdown-Format (.md) vorliegen.

Mir gefällt UberWriter bisher wirklich klasse, was sicherlich auch ein wenig daran liegt, dass ich iA Writer klasse finde. Generell aber ist UberWriter ein sehr guter Editor, wenn man unter Linux ohne jegliche Störungen einfach nur schreiben will. Vorerst wird FocusWriter also durch UberWriter ersetzt. Die Installation erfolgt unter Ubuntu am beste über das bereitgestellte PPA:

  • sudo add-apt-repository ppa:w-vollprecht/ppa
  • sudo apt-get update
  • sudo apt-get install uberwriter

UberWriter @ Launchpad

  • http://blog.kranzkrone.de Stefan

    Was mich schon damals an iA Writer so extrem gestört hatte, als ich noch mein iPad 2 hatte, war der Punkt das ich die Hintergrundfarbe nie ändern konnte. Ob das aktuell nun funktioniert, weiss ich allerdings nicht da ich wie gesagt kein iPad und iPhone mehr besitze.

    Wie ist das bei diesem UberWriter unter Linux denn?

    • http://CocasBlog.de Coca

      Bei UberWriter geht das derzeit nicht und ich meine auch, dass iA Writer selbst keine solche Option bietet, bin mir da aber nicht 100%ig sicher. Vielleicht kommts ja bei UberWriter noch. :)

    • Wolf

      Hi Stephan,

      du kannst in /opt/extras.ubuntu.com/uberwriter/share/uberwriter/media
      gehen und dort bg_dark.png und bg_light.png nach belieben durch deine eigenen Bilder ersetzen.

      Wird beim Update aber höchstwahrscheinlich überschrieben, also sicher dir die Dateien lieber auch noch woanders.

      Wird vielleicht in Zukunft die Möglichkeit geben, im home-ordner einige Nutzereinstellungen zu speichern, aber ansonsten möchte ich den writer lieber etwas “featurefree” halten ;)

      PS. Danke an coca für den Artikel!

      • http://CocasBlog.de Coca

        Danke für den Tipp mit den Hintergrundgrafiken!

        Wo Du grad hier bist, hätte ich eine Frage: Planst Du für ein zukünftiges Update, dass auch der Umgang mit schlichten TXT-Dateien möglich wird? Dann natürlich ohne Markdown-Formatierungen usw., einfach nur Plain Text

        Der Hintergrund ist die Kompatibilität zu anderen Editoren auf anderen Systemen. Ich z.B. verwalte alle Notizen und Artikelentwürfe über TXT-Dateien in meiner Dropbox, um diese auf allen Systemen mit entsprechenden Apps bearbeiten zu können (TextRoom für Windows und Byword für iOS bspw.). Unter Linux würde ich am Liebsten Deine App verwenden, allerdings konnte sie zum Artikelzeitpunkt eben noch nicht mit TXT-Dateien umgehen, weswegen sie FocusWriter noch nicht vollständig ersetzen konnte, sodass ich zum Speichern der Texte immer noch FocusWriter aufrufe.

  • Pingback: Neues aus dem Abfall, 21. Januar 2013 | Hendryk Schäfer()

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