Vivaldi: Neuer Browser des ehemaligen Opera-CEOs für Linux, OS X und Windows

Mit Vivaldi wurde gestern ein neuer veröffentlicht, der bereits in dieser ersten Tech-Preview stark an Opera erinnert und das kommt nicht von ungefähr.

Hauptverantwortlich für die Entwicklung des neuen Browsers ist nämlich Jon von Tetzchner, Co-Gründer und früherer CEO von Opera. 2011 verließ er das Unternehmen, um Ende 2013 das Vivaldi-Team zu gründen und den Browser zu entwickeln. Das Ziel der Entwicklung war ein Browser für Power-User, da von Tetzchner mit der Entwicklung des Browser-Marktes hin zu immer mehr Simplizität mit Argusaugen sah. Power-User würden heute keinen, für sie geeigneten, Browser mehr nutzen können, so die Meinung des Vivaldi-Chefs.

Ganz offensichtlich ist er auch heute noch ein großer Fan des klassischen Opera-Looks mitsamt dessen Funktionalität, denn Vivaldi erinnert an vielen Stellen an eben jenes Browser-Urgestein. So nutzt der Browser beispielsweise eine Seitenleiste, um Lesezeichen und Downloads sowie Kontakte und Notizen darzustellen, die sich direkt im Browser anlegen lassen. In künftigen Versionen soll auch Vivaldis E-Mail-Client Einzug halten, sodass man, wie zu früheren Zeiten in Opera, innerhalb der Browser-Anwendung auf seine E-Mails zugreifen konnte.

Des Weiteren bietet Vivaldi ein typisches Speed-Dial auf der Startseite und in den Vivaldi-Settings lassen sich bereits ausgiebige Einstellungen für die Tab-Verwaltung vornehmen, sodass diese beispielsweise gruppiert und auch an den Seiten oder am unteren Rand des Vivaldi-Fensters werden können. Tastaturkürzel wurden ebenfalls allerhand integriert und über CMD+G lässt sich die Kurzbefehl-Eingabemaske öffnen, mit der unter anderem auf geöffnete Tabs und Vivaldi-Funktionen zugegriffen oder Google-Suchanfragen ausgeführt werden können. Ebenfalls nett ist, dass sich verschiedene UI-Elemente passend zur jeweiligen Webseite einfärben.


“We feel that there is a need for a more powerful browser for people who want more from their browser […] Most browsers in the market today are offering similar, non differentiated [and are] relatively simple.”

Dass sich Vivaldi in der Preview-Phase befindet und bei weitem noch nicht fertig ist, zeigt sich natürlich auch an allerhand Stellen. Das Design könnte beispielsweise noch etwas Feinschliff gebrauchen, eine Synchronisation der Browser-Daten fehlt (noch), ein System für Erweiterungen soll ebenfalls folgen und künftig soll es sogar möglich sein, den kompletten Browser nur über die Tastatur zu steuern, sodass man Maus oder Trackpad nicht mehr benötigt.

Alles in allem macht Vivaldi aber trotzdem bereits einen guten Eindruck und ich für meinen Teil sehe hier auf jeden Fall Potential. Der jetzige Stand der Entwicklung ist bereits ein recht stabiler, ich hatte bisher also nicht mit Abstürzen oder ähnlichem zu kämpfen. Die Versprechen, die die Entwickler abgaben, hören sich bisweilen auch sehr vielversprechend an – zusammen mit Microsofts Spartan könnte Vivaldi also durchaus dafür sorgen, dass der etwas eingeschlafene Browser-Markt wieder wachgerüttelt wird.


Bleibt nur eine letzte Frage: Wie groß ist der Markt an Power-Users für einen Browser, wie Vivaldi, wenn Konkurrenten bereits seit Jahren in die entgegengesetzte Richtung gehen, die User das offenbar akzeptieren und man simple Browser auf Wunsch über Erweiterungen funktionell sowieso stark aufwerten kann? Wer diese Frage für sich beantworten möchte, kann Vivaldi auf der offiziellen Webseite herunterladen. Verfügbar ist der Client für OS X, Windows sowie für die Linux-Distributionen Ubuntu/Debian und Fedora.

Download Vivaldi Tech-Preview →

  • https://dinkelschnitte.wordpress.com/ Blink Feuer

    10 Wochen später…. und ich habe ihn gelöscht, das wird doch nix.

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