Warum die eierlegende Wollmilchsau Springpad keine ist und mein Wechsel zu Wunderlist

Der Groschen ist gefallen – ich fange an, mich langsam von Springpad zu distanzieren. Ja, ich! Tatsächlich ich, der so lange Zeit so viel von diesem Stück Webservice gehalten hat. Ziemlich exakt ein Jahr habe ich nun für alles rund um und Aufgaben verwendet, zeitweise habe ich sogar meine Bookmarks dort abgelegt (und krampfhaft versucht meine lokalen Bookmarks sauber hochzuladen, was übrigens nicht gelang). Nun ist für mich Schluss mit dem hübschen Traum vom alles umfassenden Tool für den Alltag. Denn eben jenes ist auch Springpad nicht.

Aufgaben in Springpad

Springpad kann zwar alles irgendwie mehr oder weniger, aber einige wichtige Dinge eben nur so halb. Das ist eben der Preis, den man zahlt, wenn man alles anbieten will. Ich beziehe mich jetzt mal ganz speziell auf den Aufgaben/Tasks Teil in Springpad. Aufgaben kann man ja dort auch erstellen – wahlweise als einzelne Tasks oder als Checklisten. Die ersten paar Monate bin ich damit auch gut ausgekommen. In letzter Zeit aber ging es einfach nicht mehr. Es ist einfach ein ganzes Stück weit umständlich, Aufgaben innerhalb von Springpad täglich aktuell zu halten und zu führen. Da wären zum Einen die oft nur mittelmäßige Performance (die meiner Meinung nach ein ganz zentrales Problem ist) und die umständliche Erstellung der Aufgaben selber.

Das Hauptproblem liegt aber meiner Meinung nach in der Erreichbarkeit der Aufgaben. Ich persönlich habe mir schon ein zentrales Notizbuch nur für Aufgaben angelegt, in der ich alle Aufgaben, nach Tags geordnet, sammle. Trotzdem fühlt es sich schlichtweg umständlich an, jedes Mal dieses Notizbuch zu öffnen um dann die Aufgaben einzusehen.

Letzteres liegt vielleicht auch nur an mir, denn ich muss von meinen Aufgaben visuell quasi erschlagen werden. Deswegen brauche ich auch unbedingt einen Desktop Client – etwas, das ich in meinem sonstigen Setup quasi gar nicht mehr benutze, weil ich alles in den Browser auslagere. So habe ich nämlich alles immer sofort im Blick und der Zugriff ist auch schneller – zumindest gefühlt. Klar, ich könnte mir in Chrome auch einfach einen Tab festpinnen und hätte wohl ähnlich schnell Zugriff darauf. Ausnahmsweise komme ich mit der Methodik aber wirklich einfach nicht klar. Ich brauche wohl unbedingt besagten Desktop Client.

Springpad bietet einen solchen Desktop Client derzeit aber gänzlich gar nicht an. So müsste ich mich also mit dem Gefühl der Unproduktivität und der Langsamkeit anfreunden, durch die ich meine Aufgaben teils gar nicht mehr aktuell gehalten habe – oder ich wechsel eben meinen Aufgabenverwalter.

Letzteres habe ich dann vorgestern durchgezogen. Ich bin mit meinen Tasks weg von Springpad gegangen und habe mich auf die Suche nach einem guten Tool gemacht. Über einige habe ich ja in der Vergangenheit bereits selber gebloggt, deshalb war die Suche nicht ganz so schwer. Letzten Endes hat es sich bei mir auf Any.DO, Doit.im und versteift. Eines der drei Tools sollte es werden.

Wunderlist: Aufgaben terminieren

Während Any.DO derzeit schon prinzipiell ausscheidet, da kein Client vorliegt (was ich, gemessen an der Android App, beinahe unendlich schade finde), hat mich der Client von Doit.im nach dem ersten Öffnen sofort verjagt. Das Ding ist wirklich derart hässlich, das kann man keinem zumuten (siehe Screenshot unten)! Also fiel die Wahl relativ eindeutig auf Wunderlist, das ich ganz früher schon einmal genutzt habe. Sieht schön aus, kann Aufgaben terminieren und priorisieren – mehr brauche ich nicht. Und ganz wichtig: Aufgaben lassen sich superschnell und einfach erstellen – ganz im Gegensatz zu Springpad.

Mein Fazit? Ich bin jetzt wieder deutlich froher, wenn es um die digitale Verwaltung meiner Aufgaben geht. Alles geht fixer, es macht mehr Spaß. Ich denke, ich werde also erst einmal bei dieser Lösung bleiben.

Versteht mich aber bitte nicht falsch. Ich halte auch weiter viel von Springpad als Notiz-Tool. Auch wenn ich dieser Tage wieder stark mit Evernote liebäugle, bin ich dennoch sehr froh, dass es Springpad gibt. Denn dieser Dienst ist in Bezug auf Notizen, meiner Meinung nach, der Einzige, der Evernote das Wasser reichen kann.

Wie sieht das bei euch aus? Führt ihr Notizen und Aufgaben in einem Tool oder haltet ihr das getrennt? Welche Kombinationen habt ihr schon einmal ausprobiert und was habt ihr dabei so alles durchgemacht?

  • Rigo

    Benutze Springpad auch schon eine ganze Weile, aber nur für Notizen.
    Finde aber Evernote einfach schneller beim durchsuchen der Tags.
    Für das alltägliche Aufgaben nehme ich noch Google Tasks.
    Jetzt brauche ich nur noch was um meine Bookmarks online zu verwalten. Ich werde demnächst mal Diigo antesten.
    Sonst Super Blog hier. Mach weiter so ;-)

  • http://www.xyonline.de DanielB

    Wunderlist ist bei mir schon eine gefühlte Ewigkeit das Programm schlechthin. Ich nutze da kein Milk, Sugar oder Spring-Zeug.

  • http://www.data-bla.de Timo

    Bei mir ist auch Wunderlist das Tool der Wahl.
    Seit ca. einem Jahr verwalte ich meine Aufgaben über die App fürs Smartphone und den Mac.

    Übersichtlich, schnell, einfach in der Bedienung und kein unnötigen Schnick Schnack :-)

  • http://jumpshoxx.de ShoXX

    Also Wunderlist sieht schon ganz gut aus…
    Allerdings habe ich ein Problem. Da ich ein Handy aus dem Hause Samsung mit dem Betriebssystem bada habe, nützen mir weder wunderlist, noch springpad etwas, da ich nicht von unterwegs drauf zugreifen kann….

    Jetzt meine Frage:
    Kennt jemand einen Service, der eine ordentliche mobile – Website bietet und gut in Windows eingearbeitet ist? Ich würde auch nur einfache Textnotizen schreiben, diese evtl. in verschiedene Listen einordnen, wie bei Wunderlist….

    Wäre schön wenn jemand so einen Dienst kennen würde! :)
    THX schonmal im Vorraus^^

  • http://guchamusto.blogspot.com/ Matthias

    Habe mich heute Morgen auch schon zum hundertsten Mal über das umständliche ToDo-Listen-Management in Springpad aufgeregt, und mit den Bookmarks gehts mir ähnlich. Verstehe nicht, warum Springpad hier nichts an der Haptik macht, ich kann doch nicht der einzige sein, der dort mehrmals Feedback in die Richtung gegeben hat. Werde es auf deinen Blogeintrag hin jetzt mal mit Wunderlist versuchen. Schade – hätte so gerne alles in einem Tool vereint gehabt.

    Was nehmt ihr denn so für eure Bookmarks? Ich bereue meinen Wechsel von delicious zu Springpad und hätte gerne was, das meine Bookmarks aus Springpad importieren kann.

  • Pingback: HerrHerrmann | Evernote vs. Springpad()

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